Bartholomae, Christian; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Hrsg.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1910, 11. Abhandlung): Über ein sasanidisches Rechtsbuch — Heidelberg, 1910

Seite: 5
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Über ein sasanidisches Rechtsbuch.

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Bei der Beurteilung der nachstehenden Texte bitte ich für deren
philologische Behandlung folgende Angaben im Auge zu behalten:

1. Überschiissige Wörter uncl Interpunktionen im Text sind
durch runde Klammern ( ),

2. Ergänzungen im Text und aucli in der Übersetzung durch 5
eckige Klammern [ ] eingeschlossen;

3. leicht geänderte Wörter sind durch + +,

4. Yerderbnisse durch x x bezeichnet.

MpB., MpS., MpT. bedeuten der Reihe nach: Mittelpersisch (Pahlavi)
der Biicher, der Siegelsteine, der Turfantexte. 10

Fiir die Abkürzung der mittelpersischen Büchertitel s. IF. 23. 334 ff.

Ich fiige noch hinzu:

Sv. = Skand Vimänik Vicär; angeführt nach: Shikand - Gümänik
Vijär .. edited by .. EWWest. Bombay 1887. Kapitel- und Paragraphenzahl.

GrBd. = Großer Bundahisn; angeführt nach: The Bündahishn. Being 15

a Facsimile of the TD Manuscript Ko. 2 . . . edited by TDAnklesaria.
Bombay 1908. Seiten- und Zeilenzahl.

Sn. = Säyost ne säyast; vgl. West SBE. 5. 237 ff. Der Text ist noch
nicht ediert; ich habe dafür die Handsclirift Cod. Mon. Zend. 51a eingesehen.

Fiir den nicht veröffentlichten Teil des Dätostän i denik (Dd.) stand 20
mir Cod. Havn. Zend. 35 zu Gebot.

1. 3.

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. bavet dät hartan cahar

10 f.

Wemi er [der Ehemann] zur
Frau sagt: cDu bist [hiemit] von
mir iiber deine Person zum be- 25
fugten Gewaltbaber gemacbÜ; so
ist sie nicht [aus der Ebe] ent-
lassen; aber es wird ibr die Be-
fugnis gegeben; mit einem Ebe-
mann eine GoImtqbe einzugeben. 30

Die Stelle bildet den ersten Satz (dätdstän) aus dem 'Abscbnitt
von der Entlassung aus der Ehe’ ( Jor£ü- >) $ J £ii2J- ,o J dar i histan
i hac zanih'), der von 3. 9 bis 5. 3 gebt. Weitere Sätze aus dem
gleicben Abschnitt s. unter 2; 3 uud 4.

AVelcbe besonderen recbtlichen Folgen sicb daraus ergeben; daß 35
eine Ehe (zamh) nicbt fiir gelöst; sondern fiir fortbestebend gilt;
trotzdem der Ehemann (söd) der Ebefrau (ßan) das freie Verfügungs-
recbt über ilire Person eingeräumt hat; so daß sie ermäcbtigt ist; mit
einem andern Ebemann eine Cakareke einzugehen; wird nicbt näber
ausgefiibrt; doch s. bei 2. 40
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