Bartholomae, Christian; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1910, 11. Abhandlung): Über ein sasanidisches Rechtsbuch — Heidelberg, 1910

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Chr. Bartholomae.

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zyänak: so uacll Neryosangs Lesuug' zyänaa

zu >Sv. ü. 67, währeud West zuletzt, SBE. 47. 111 zihänak zu
leseu vorschlug, sicherlich nur um das Wort mit dem np.
zihidan — zäyiäan 'gignere 3 verkniipfen zu könuen. Das

hat aher an sich nicht viel Wert; zudem wird die Richtigkeit der
traditionellen Lesung verbiirgt durch ZDg. ziüna (zivüna, mvüni);
s. ZDMG. 35. 37 9; 36. 65; 75. — Das Wort ist gar nicht so selten.
Ich verzeichne dafiir noch folgende Stellen: MhD. 32. 5f.; 37. 5;
44. 5; 45. 6; 8; 50. 8ff.; 64. 4f.; 65. 13; 95. 8; 102. 5; 103. 11 f.;
GrBd. 22<S. 11 (= Bd. 77. 1, wo fälschlich geschrieben ist);
N. (Tahm.) 23. 8; Dk. VII 95. 1; Ku. 135,1381, PV. 5. 49; 3. 25. An
der letzten Stelle dient als Übersetzung des jAw.

vantaoe (s. mein AirWb. 1355). Neryosang gibt zu Sv. 14. 67 das
Wort mit halatram 'Ehefrau 3 wieder; mit dem gleichen Nomen

iibersetzt er auch zan; und in der Tat ist an der angeftihrten
Sv,-Stelle; wo beide Wörter vorkommem, ein Untersckied in ihrer
Bedeutung nicht wahrzunehmen. Auch die Gabriwörter (oben Z. 6)
besagen nichts anderes als 'Frau’. — Von Wicktigkeit fiir die Bestim-
mung der besonderen Bedeutung von scheint mir die Tat-

saclie zu sein; daß das Wort an mehreren Stellen in aufifälliger Be-
ziehung zu i^-C merak erscheint; nämlich MhD. 45. 6f.; 50. 8 ff.;
GrBd. 228. 11 und PV. 3. 25. Es bildet hier t^W das männlicke
Gegenstiick zu PV. 3. 25 lesen wir: -> i£ ^t i^m^ J woy i£ 217
)y?,4 mart he döst i zyänalc öi he döst i syänak merak, das
heißt docli wokl: cder Mann; der der Freund der Zyänak (ist);
der; welcher der Freund der Zyänak (ist); (ist) der Merak\ Die
Stelle MhD. 45. 6ff. lautet: tjro-^ ü -tüsöJ nei

reij ^ ywv ivoo^lo nei Xj <?o>H3 i )kj“ x i i^W ü ejio

.'. V^ Ji nw“ nei ^ voii^ ijw^ ü iiewl ka göivet kuni en

x västak pa stürih ö zyänak aöäw ö merak +dät + ka . . . pa nämcist
paötäk ne kart katakx vatäö +vitart + x västak ö zyänak raset ce pa
dütak etön mrmattar, d. i. „Wenn er sagt: cDieses Geld ist von
mir zur Pflegschaft fiir die Zyänak oder fiir den Merak ausgesetzt’,
und wenn er . . . [etwa: keine zweifelsfreieu Bestimmungen wegen
der Person getroffen kat]; so kommt nach dem Tod des Hauskerrn
das Geld an die Zyänak; denn so ist es fiir die Familie vorteil-
liafter“. Vielleiclit ist ein anderer so glücklich; darin den Scldiissel
dafür zu finden; was mit den beiden Wörtern zyänaJc und meraJc
gemeint ist. Ich bemerke noch; daß das GabrT nicht nnr zyänak in
ziüna fortsetzt (s. oben Z. 6); sondern aucli merak in mira. Houtum-
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