Bartholomae, Christian; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Hrsg.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1910, 11. Abhandlung): Über ein sasanidisches Rechtsbuch — Heidelberg, 1910

Seite: 20
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Chr. Bartholomae.

bei der dritten wird das Sckuldig gesprochen 1, und sie [die strittige
Saclie] ist [dem Sieger im Prozeß] als Eigentum zu überliefern“.
Wegen der Urteilsfällung beim dritten Termin verweise ich nocli auf
die beiden Stellen 11. 47 wo der Ausdruck J yävar i sitiTcar
5 cbeim dritten Mal’ gebraucht ist7 nnd 11. 77 wo es einfach heißt: dü
pa 3 'bei dreib Sonst ist der Wortlaut an den drei Stellen 11. 47
11. 6 f. und 11. 15 f. der gleicke: u . . . eraxt u pa x vesih le apdspärisn.

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10. 7 ff.

Wenn der Beklagte im Fortgang
[des Gerichtsverfahrens] zuerst
sagt: Clch habe deine Frau nicht
bescldafenf, und dann sagt: Tch
liabe sie bescklafen7 aber ich habe
sie nicht während ihrer Ehe mit
dir beschlafeiP7 so ist er wegen
Yerdrehung der Aussage sckuldig.
— Und auck bei der Körperver-
letzung7 wenn er [erst] sagt: Tck
liabe dich niclit verletzt^ und dann
sagt: Tck babe dicb in einem
Zustande der Bewußtlosigkeit ver-
letzt’7 so ist er ebenfalls scbul-
dig.

25 " Statt -xyp" bat die Handschrift nypr, d. i. Jiuböbih cWohl-

gerucb J7 ein bäufiges Wort7 das der Abscbreiber an die Stelle des
seltenen7 ibm ungeläufigen gesetzt bat.

Das Sttick gehört dem Kapitel an7 das die Uberschrift trägt:
j0 J’) J" i -<03*00) Jjpj dar i vastaJciJi u apäriJcci erangih 'Abschnitt

30 iiber Yerdrehung und auck nocb andern Betrug’. Scbon im vorber-
gebenden Kapitel ist mehrfack von der Werdrekung’ ('vastaJcih) die
Rede. lYas mit vastaJciJi gemeint ist, erkellt aus den Ausfübrungen
und Beispielen. Wer eine Einzelbeit in seiner friiberen Angabe
späterhin Tvendet’ (iso<A vartet oder ner?^ vartenet 'vertit’), macht
35 sicb eben durch dieses 'Gewendetsein’ (-^^«xji vastaJcih) scbuldver-

1 S. 19 No. 4.
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