Ficker, Johannes; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Hrsg.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1919, 5. Abhandlung): Hebräische Handpsalter Luthers — Heidelberg, 1919

Seite: 3
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.hadw-bw.de/view/sbhadwphkl_1919_5/0003
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten
0.5
1 cm
facsimile
Ein wissenschaftliches Ereignis war der erste Druck des hebrä-
ischen Psalters auf deutschem Boden, der Ende des Jahres 1516
bei Froben erschien, von Pellikan mit Hilfe Sebastian Mün-
sters besorgt, verbunden mit einer von Capito verfaßten elemen-
taren Einführung in die hebräische Sprache. Die zahlreichen Aus-
gaben, die bis nach Mitte des Jahrhunderts sich als notwendig
erwiesen, legen davon Zeugnis ab1. Nicht anders die Benutzung

1 Die verschiedenen Ausgaben des Psalteriums verzeichnet Le-Long,
Bibliotheca sacra, 1709, 1,132. Die Erstausgabe beschreibt am ausführlichsten
Riederer, Nachrichten zur Kirchen-, Gelehrten- und Bücher-Geschichte IV,
1767, 1 ff. S. auch Silberstein, Conrad Pellicanus, 197, S. 58f. Zur Er-
gänzung der bisherigen Angaben diene folgende Aufnahme: Das Psalterium
hat (mit dem angefügten Korrehtorium) 204 Bl. in kl. 8. Blattgröße 10,3 cm
Höhe, 8 cm Breite; Satzspiegel (ohne Kolumnen und Kustoden) 7 cm hoch,
4,8 cm breit. Die Buchblätter 2,5 cm stark. Der Titel: Dar-
unter: Signet Frobens. Darunter: Ilebraicum Psalterium. Auf der Rück-
seite: CONRAD VS PELIGAjjnus Rubeaquensis, or. mi. || Hebraeis lectoribus.
10 Zeilen (unpunktierter) hebräischer Text Sign. 2a—z5 (weggelassen Buch-
stabe u und w), A—03. Bl. 2<x beginnt [unter dem Kolumnentitel n^nn nsD)
(in größerin Grade wie alle ersten Psalmenworte). Bl. 5 B endet mit
Ps. 149 [so sind die 150 Psalmen gezählt) pfnfMl pfn. Es folgen 7 Blätter,
das letzte leer, mit Korrekturen. Beginn: Insigniores men.das castigamus,
adiuti opera Sebastiani Franciscani. Bl. C3b endet: finis pp. Die ange-
hängte kleine Grammatik hat 16 Blatt. Sign. aa2—bb5. Titelblatt: INSTITV-
TIVNCVLA || in Hebraeam linguam |j Autore Volphan || go Fabro Pro || fes-
sore Theo || logiae. Rückseite des Titels leer. Bl. aa2: VOLPHANGVS FA 11
BER Haganoius, Pio || Lectori. S.D. || EN AMIGE LE || ctor bp/zipAioo
psalterii, peruti-11 le meo quidem iudicio, et in primisfrugife || rum. Bl.(bb8b)
endet: BE||rie Vale Candide lector, et || me ama, Basileae Mense j| nouembri ||
Anno || M. D. XVI.
Daß die Institutiuncula und das Psalterium als ein Druck zusammen-
gehören, geht nicht nur, wie schon Riederer a. a. 0. bemerkt hat, aus den
Eingangsworten Capitos hervor, sondern auch aus den Signaturen und aus
dem Papiere: in beiden Texten sind dieselben zwei Wasserzeichen festzu-
stellen (großer Ochsenkopf mit Stangenkreuz und darum sich ringelnder
Schlange, ähnlich Briquet, Les filigranes IV, 1907, nr. 15 042, und kleiner
Ochsenkopf mit Stange und Kreuz, Briquet nr. 15161).

l
loading ...

© Heidelberger Akademie der Wissenschaften