Abel, Hans; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Hrsg.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1921, 5. Abhandlung): Die Verbalformen des abhängigen Satzes (Subjunktiv und Infinitive) im Nubischen — Heidelberg, 1921

Seite: 34
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Hans Abel:

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Jesu .... %g'a'tik''Je‘on «als viele Leute da waren (und) sie kein
Brot hatten, sagte Jesus . . . .» (der endgültige Druck setzt wagt'i’ga
hinter mes'sin und macht so das folgende zum Hauptsatz); Rein.
§ 447: id'en an duwir'ang'ös'on'nogo ai igi Jcurked we’Jca fa'ed'ir «da
meine Frau alt geworden ist, werde ich eine andere junge heiraten»;
L. Mc. XII, 35: Jesu aUim'on Jcellä «als Jesus lehrte»; L. Mc. VI,
55: ukh'is'san sid'do men'on'ga «sie hatten gehört, wo er war»;
Alm. § 98: ai'dok Jdr'on söl'la faj'a den'on «sie schrieb in dem
Brief, der an mich kam» (ungewöhnlich; das Relativum ist Sub-
jekt, man erwartet also das Part. So steht es auch in der Vari-
ante so ai'dok lär'ol'la; wäre das 3. sg. prt.. müßte es Jdr'on'na
heißen. Oder ist es Gen. des Part., das, da voranstehend, behan-
delt wäre wie der Subj. in gleicher Stellung? Ich kenne sonst
kein voranstehendes Partizip oder Adjektiv).
Vielleicht in den gleichen Zusammenhang gehört auch eine
2. pl. des alten prt. neg., L. Mc. XVI, 14 (1. Dr.): om'g'on ....
amin'a'Jeum'mes'sölcom sibal'lä «er schalt sie, w7eil ihr .... nicht
geglaubt habt» (der endgültige Text hat das neutrale -mes'san).
Ob man das hierher ziehen kann, ist fraglich; die Verwendung
der 2. pl. zeigt jedenfalls eine Kontaminierung an von Kausalsatz
und direkter Rede.
Wäre bei der 3. sg. prs. neg. immer noch die Erklärung aus
der unflektierten Form von p. 8 f. möglich, oder auch aus Haplo-
logie, so ist das bei der 3. sg. prt. ausgeschlossen, und ebenso,
falls hierher gehörig, bei der letzt aufgeführten 2. pl. Ich zähle
im ganzen 18 bez. 19 Stellen derart; das sind immerhin 10 Pro-
zent der überhaupt vorhandenen eigentlichen Subj.-Formen (185).

2, Kapitel: Der Subjunktiv im Mittelnubischen.
Für das Mn. muß ich etwas ausführlicher sein. Bei dessen
noch unerforschter Formenlehre empfiehlt es sich, sämtliche Belege
der einzelnen Formen heranzuziehen, zum mindesten so, daß die
Form selbst, ohne den weiteren Zusammenhang des Satzes, an-
geführt wird. Andererseits kann ich natürlich nicht auf jede ein-
zelne, von unserem Thema abliegende Frage der um. Grammatik
und des Lexikons eingehen, auch wTo ich von Gr. abweiche; solche
Abweichungen haben stets ihren Grund. Weiter gebe ich, wie
auch schon bisher, das Mn. in Transkription. Diese versteht sich
im wesentlichen von selbst. Den -i- bedeutenden Strich über Konso-
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