Weinreich, Otto; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1924/25, 7. Abhandlung): Eine delphische Mirakelinschrift und die antiken Haarwunder — Heidelberg, 1925

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Als zweiter Inschriftstein der französischen Ausgrabungen des
Jahres 1892 kam in Delphi eine Marmorstele zutage, oben Reste
eines Gedichtes, unten ein Ehrendekret oder die Weihinschrift der
Stele. Trotzdem das Gedicht innerhalb des delphischen Inschriften-
schatzes eine Singularität war und blieb, gelangte dieser erste und
einzige Mirakeltext erst durch H. Pomtow, Klio XV, 1917, 46f.,
Nr. 65/66 zur Publikation. Die Hauptarbeit zur Erklärung und
Ergänzung des θαύμα 'Απόλλωνος, wie es im Inventar genannt wird
(Nr. 5 + 2479), hat Pomtow, unterstützt durch Hiller von Gaer-
tringen, schon geleistet; in Einzelheiten jedoch und in der Einrei-
hung des Textes in die antike aretalogische Literatur bleibt noch
einiges zu tun. Außer einer kurzen Erwähnung des Apolline miracle
in Μ. N. Tod’s epigraphischem Bericht (J. H. S. 39, 1919, S. 220)
ist mir keinerlei Literatur dazu bekannt geworden. M. Holleaux
hotte die Freundlichkeit, mir mitzuteilen, daß in den französischen
Zeitschriften, die mir nicht lückenlos zugänglich sind, unser Text
nicht behandelt wurde. Aus Gründen der Raumersparnis wieder-
hole ich nur den Text Nr. 65:
-I..0 TOIO
— ^ ^ — [Φοΐ]βος γενεάμ μαντεύμασι δώκεν
ευχής έΗαΐων, κομίσαι τε κόμας προσέτα£εν '
εις μήνα ένδεκατον θυγάτηρ γόνιμος γεγένητο,
5 [άσ]κηθής τρίχας έκ [κ]εψαλής όσσωμ μέχρι έχουσα,
[έν] δέ έτει πρώτυυι στήθους έπϊ μήκος ικοντο ·
[κ]αί ούτε κύουσα γυνή νούσοις έχετο ώς τό πάροιθε,
[ού]δέ πόνους δεινούς τεκνογεννήτους ύπεμειν[εν]
βουλαΐς κουροτρόφου Λοχίας Μοιρών τε τελείων
10 [και] Φοίβου διά μήτιν, έπωνόμασαν δε γονήες
Δελφίδα, μαντείας ένεκεμ μνημεία τε Δελφών'
[εί]ς δέ τέταρτον [έτος συνέβη κούραν] τε τεκν[ώ]σα[ι]
. . ει[ν ? — ■ν-'Ό’— ^]θ’ ήμαρ έχουσαν
— — — — — — — — μέχρι [τά]ν όνόμαΕαν
15 — — — — — — οι ΤΤυθούς ερατεινής
— — — — [κα- oder τε]λούντες, ΤΤύθι’ ’Άπολλον,
— — — — — [γε]ν[έ]θλια δωροφοροΰντες
[σλήλην εις λιθίνην θυγα]τρός μνημει’ ανέγραψαν.

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