Carl Brinkmann:
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erzeugung wie Zucht und Mast in Wettbewerb stehende Verwendung
von allen deutschen Ländern besonders weit. Von den Milchkühen
müssen gar zwei Drittel (im Reichsdurchschnitt nur ein Viertel!)
arbeiten1. Die Verteilung auf die Betriebsgrößen war folgende:
1925
1933
unter 2 ha.
17,0 v. IE
13,1 V. II.
2—5 ha.
37,5 „ „
36,7 „ „
5—20 ha.
40,0 ,, ,,
42,8 ,, „
20—100 ha.
4,9 ,, ,,
6,6 „ „
über 100 ha.
0,6 „ „
0,8 „ „
Auch wenn man wiederum den Ausfall der Betriebe unter
0,5 ha für 1933 berücksichtigt, dürfte eine Verdichtung in den grö-
ßeren Betriebsklassen unleugbar sein. Unter den Einzelentwick-
lungen, die die Statistik der Bezirksämter seit der Vorkriegszeit
zeigt, gehört die Steigerung der Rindviehhaltung in Bruchsal, Sins-
heim und Tauberbischofsheim wie Mosbach zu der schon erwähnten
Steigerung der Milchwirtschaft im Kraichgau und in Franken. War
hier wie auch in Waldshut die Steigerung von Rinder- und Pferde-
haltung parallel, so ist ihre parallele starke Verminderung in Vil-
lingen und Neustadt, Rastatt und Heidelberg desto auffälliger, be-
sonders in den beiden ersten, weil sie wie die meisten andern
Schwarzwaldämter mit über 60 v. H. Grünlandanteil an der land-
wirtschaftlichen Nutzfläche (Stat. d. D. R. 485, Karte 6) natur-
gemäß als badische Viehzuchtbezirke obenanstehen. In der Hardt
um Rastatt und in der Pfalz um Heidelberg ist die Rindviehhaltung
offenbar mit der Industrialisierung zurückgegangen; dort haben
heute 40, hier sogar 75 v. H. aller Betriebe überhaupt ke’n Groß-
vieh (Bad. Landwirtschaft II, 299, 346)2.
1 Nach Münzinger, Ber. über Landw. SH. 125 (1937), 60 beträgt die
stärkste badische Kuhanspannung (Bez. Engen und Ettlingen) 82 v. IE,die
stärkste bayrische (Pegnitz) aber sogar 85 v. H. und die stärkste württem-
bergische (Schorndorf) 89 v. IE!
2 Nach Münzinger, Ber. über Landw. SH. 125 (1937), 27 betragen die
badischen Grenzerträge von
Wiesenheu u. Grummet 66,3 dz je ha (Adelsheim) und 32,1 dz je ha
(Pfullendorf)
Rotklee.87,2 dz ,, ,, (Wolfach) „ 36,8 dz ,, „
(Villingen)
Futterhackfrüchten . .475 dz ,, ,, (Mannheim) 138 dz ,, ,,
(Oberkirch).
Aber vgl. ebd. 57 über das Fehlen von Statistiken der Flächen, Ernten sowie
der in Einzelbetrieben wirklich verfütterten Mengen.
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erzeugung wie Zucht und Mast in Wettbewerb stehende Verwendung
von allen deutschen Ländern besonders weit. Von den Milchkühen
müssen gar zwei Drittel (im Reichsdurchschnitt nur ein Viertel!)
arbeiten1. Die Verteilung auf die Betriebsgrößen war folgende:
1925
1933
unter 2 ha.
17,0 v. IE
13,1 V. II.
2—5 ha.
37,5 „ „
36,7 „ „
5—20 ha.
40,0 ,, ,,
42,8 ,, „
20—100 ha.
4,9 ,, ,,
6,6 „ „
über 100 ha.
0,6 „ „
0,8 „ „
Auch wenn man wiederum den Ausfall der Betriebe unter
0,5 ha für 1933 berücksichtigt, dürfte eine Verdichtung in den grö-
ßeren Betriebsklassen unleugbar sein. Unter den Einzelentwick-
lungen, die die Statistik der Bezirksämter seit der Vorkriegszeit
zeigt, gehört die Steigerung der Rindviehhaltung in Bruchsal, Sins-
heim und Tauberbischofsheim wie Mosbach zu der schon erwähnten
Steigerung der Milchwirtschaft im Kraichgau und in Franken. War
hier wie auch in Waldshut die Steigerung von Rinder- und Pferde-
haltung parallel, so ist ihre parallele starke Verminderung in Vil-
lingen und Neustadt, Rastatt und Heidelberg desto auffälliger, be-
sonders in den beiden ersten, weil sie wie die meisten andern
Schwarzwaldämter mit über 60 v. H. Grünlandanteil an der land-
wirtschaftlichen Nutzfläche (Stat. d. D. R. 485, Karte 6) natur-
gemäß als badische Viehzuchtbezirke obenanstehen. In der Hardt
um Rastatt und in der Pfalz um Heidelberg ist die Rindviehhaltung
offenbar mit der Industrialisierung zurückgegangen; dort haben
heute 40, hier sogar 75 v. H. aller Betriebe überhaupt ke’n Groß-
vieh (Bad. Landwirtschaft II, 299, 346)2.
1 Nach Münzinger, Ber. über Landw. SH. 125 (1937), 60 beträgt die
stärkste badische Kuhanspannung (Bez. Engen und Ettlingen) 82 v. IE,die
stärkste bayrische (Pegnitz) aber sogar 85 v. H. und die stärkste württem-
bergische (Schorndorf) 89 v. IE!
2 Nach Münzinger, Ber. über Landw. SH. 125 (1937), 27 betragen die
badischen Grenzerträge von
Wiesenheu u. Grummet 66,3 dz je ha (Adelsheim) und 32,1 dz je ha
(Pfullendorf)
Rotklee.87,2 dz ,, ,, (Wolfach) „ 36,8 dz ,, „
(Villingen)
Futterhackfrüchten . .475 dz ,, ,, (Mannheim) 138 dz ,, ,,
(Oberkirch).
Aber vgl. ebd. 57 über das Fehlen von Statistiken der Flächen, Ernten sowie
der in Einzelbetrieben wirklich verfütterten Mengen.