Walleser, Max; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1917, 13. Abhandlung): Die Streitlosigkeit des Subhūti: ein Beitrag zur buddhistischen Legendenentwicklung — Heidelberg, 1917

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Max Walleser:

Übersetzung.
„Im dritten (seil. Satze) (bedeutet) arana-vikärinam, ,,der in ara-
na1) Verweilenden“, (soviel wie) „der in Quallosigkeit Verweilenden“;
„rana“ (Streit) werden die Qualen (ldlesa\ Leidenschaft2) usw. ge-
nannt. Infolge ihres Nichtvorhandenseins ist Verweilen in Qual-
losigkeit, Verweilen in Streitlosigkeit. Derer dieses ist, die sind arana-
viharino (in Streitlosigkeit verweilend). Von diesen in Streitlosig-
keit Verweilenden ist der Thera Subhüti der Vorderste. Indessen
(deuten) andere ,,aranavihärino“ als „die, deren asava3 * * * * 8) geschwun-
den sind“. Von dem Thera indessen wurde dieser Name infolge
(seiner) Darlegung der Lehre (dliamma) angenommen. Andere
Bhikkhu, die Lehre darlegend, geben besondere Erläuterungen und
sprechen Lob oder Tadel aus, der Thera aber, den dhamma dar-
legend, legt ihn dar, ohne die Begrenzung des durch den Meister
Gelehrten zu überschreiten. Deshalb ist er „der Vorderste der in
der Streitlosigkeit Verweilenden“ geworden.
„«Der zu Beschenkenden» bedeutet «der der Gabe Würdigen».
Liier auch sagen andere, die, deren asava geschwunden seien, seien
die zuvorderst zu Beschenkenden. Der Thera (Subhüti) indessen,
zum Zwecke des Betteins (einher) wandernd, tritt ein in die Be-
schauung (jhana) der (Nächsten-)Liebe (mettä), und nachdem er sich
aus der Beschauung erhoben hat, empfängt er die Bettelgabe (mit

x) Oder „<iranä“, indem in der Kompositionsfuge langer Vokal gekürzt werden
kann; vgl. Minayeff, Gramm, pal. (1874), p. 123 § 243; Geiger, Pali (Grdr. d. ind.
ar. Ph. u. Altk. I, 7), § 33.
2) Der von anderer Seite (Deutsche Lit.-Zeit. 1915, col. 2303) gemachte Ver-
such, räga, das, wie übrigens auch Buddhaghosa, Atthasälinl p. 362 (ranjana-
vasena rägo) angibt, zu ranj, „färben“, gehört und „Erregung“, „Leidenschaft“
bedeutet, mit kämet, „Lust“ zu identifizieren und von hier aus den kühnen Sprung
zu machen, auch kilesa sei mit käma gleichbedeutend, sei hier nur beiläufig
erwähnt. Die „süd“ -buddhistische Auffassung des Begriffs kilesa ergibt sich
besonders deutlich aus Atthasälinl §719 (p. 355) ff. zu Dhammasangani § 1006.
Wie erklärt denn F., daß die zehn Arten von kilesa (vgl. Childers s. v.) mit
Ausnahme von lobho, „Gier“, aber auch nicht das allergeringste mit „Lust“ zu
tun haben?
8) Die Übersetzung dieses Ausdrucks erscheint untunlich. „Nothing to fit
has yet been discovered“ (Shwe Zan Aung — G. Rhys Davids, Cömpendium of
Philosophy, 1910, p. 227). Er ist mit kilesa gleichbedeutend. Vgl. Atthasälinl
pp. 48, 369, Netti-pakarana pp. 116, 238; Gar. Rhys Davids, Psychological Ethics
p. 291.
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