Littmann, Enno [Editor]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1918, 8. Abhandlung): Das Malerspiel: ein Schattenspiel aus Aleppo — Heidelberg, 1918

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DasMalerspiel.

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Auch KELEiciAN gibt epaer und cAuprrD'A für das lAonstantinopeler
Türkisch; nach den meisten Anderen jedoch ist in Konstan-
tinopel die Aussprache ejer „wenn" die gewöhnliche, und sie
unterscheidet sich dann nicht mehr von e;er „Sattel". Daß
aber in Nordsyrien die Aussprache eper vorherrscht, zeigt das
Märchen in AWeDI 11, S. 145fl. Für p?pcr hat aber auch
KÜLEKiAN (S. 442) PyWer. In 117 steht pme, sonst jedoch /me.
Oben S. 31 wurde erwähnt, daß für 77, das velare n (MapApr
ein besonderes Zeichen vorkommt. Es wird aber nur in
verhältnismäßig seltenen Fällen angewendet, und zwar an fol-
genden Stellen: poppen 6; oD(rsu77, popnrpasyä 10; 5u5u77 12;
31; 4.1;nähp7o7uphrpn( 48;ch7A(^p5 66; se/rw
120; 5ch7u 126; pp^p/y 732; pp^p77Pal34; so?7/'u 68, 74, 77, 93,
103, 120, 128, 134; MyÜ7?PprApT7 118; vgl. ferner ä?mp 49. In
allen anderen Fäden steht bereits das dentale m Daraus geht
hervor, daß dem Schreiber die Aussprache viel geläufiger
war. Die Wörter, in denen er 77 schreibt, kommen, mit Ausnahme
von ,so 77 m, fast alle in den gesprochenen Worten vor, nament-
lich in denen des Ibis, nicht, in den vom Schreiber verfaßten
Zwischenbemerkungen. Ich glaube daher, daß durch dies 17
die Aussprache des niederen Volkes charakterisiert, werden soll.
In Anatolien wird das 77 in der Tat noch oft gesprochen; aber
in dem von mir aufgezeichneten türkischen Märchen aus Nord-
syrien (ATAiD ßTewUe II) kommt es nur noch bei &a77u .und
srwa, sonst nicht mehr vor. Bei soiüm scheint die Sache etwas
anders zu liegen; denn hier wird das 17 regelmäßig, auch in den
szenischen Zwischenbemerkungen, geschrieben. Aus so77?'% ist,
ohne die Zwischenstufe som'u, in einigen Dialekten soru geworden,
während in anderen sown /> so%ru /> S07mu geworden ist. —
Daß in dem Dialekte des Malerspiels der Übergang von 77 zu
bereits in weitestem Umfange stattgefunden haben muß, zeigt
das Wortspiel in 143—145. Der Meister sagt (mp up^p/zn
„wirf es in seine Mündung", aber der Diener versteht up2rp77u
„in deinen Mund" und wirft das Pulver in seinen eigenen Mund.
Man könnte sagen, der Diener würde op^p77at ausgesprochen
haben, sei aber bei seinem Meister an die Aussprache opr;/7in
gewöhnt gewesen und habe daher falsch verstanden; das scheint
mir jedoch eine etwas gezwungene Erklärung zu sein, zumal auch
die Formen sr/?57, nfa??A'/rf7# in den Reden des Meisters
Vorkommen.
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