Lenel, Otto; Partsch, Josef; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1920, 1. Abhandlung): Zum sog. Gnomon des Idios logos — Heidelberg, 1920

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1 Unter dem Titel «Der Gnomon des Idios Logos» ist vor
kurzem als Bd. 5 Η. 1 der BGU. der große Papyrus (P. 11650 -
Nr. 1210) erschienen, dessen Erwerb schon 1913 in den amtlichen
Berichten aus den Kgl. Kunstsammlungen (XXXV, 55) mitgeteilt
und dessen Veröffentlichung seither von der wissenschaftlichen
Welt mit Spannung erwartet worden ist. Auch heute erhalten
wir nur erst den von Wilhelm Schubart herausgegebenen Text
mit kurzer Einleitung, deutscher Übersetzung und kritischen An-
merkungen; der juristische und der historische Kommentar, die
uns von der Hand Emil Seckeis und Wilhelm Schubarts
in Aussicht gestellt sind, stehen noch aus, und das Vorwort gibt
keine Andeutung darüber, bis zu welchem ungefähren Zeitpunkt
auf das Erscheinen dieser Kommentare zu rechnen ist. Unter
diesen Umständen wird sich, so gerne man den beiden ausgezeich-
neten Gelehrten den Vortritt lassen möchte, die deutsche Wissen-
schaft der Aufgabe nicht entziehen dürfen, gleich jetzt an die
Bearbeitung der wichtigen Urkunde heranzugehen. Wir sind sonst
der Gefahr ausgesetzt, daß uns das Ausland zuvorkommt.1 2 Einen
Beitrag zur Lösung dieser Aufgabe wollen wir im folgenden geben.
Der Papyrus enthält nicht, \vie der Titel der Veröffentlichung
erwarten ließe, den Gnomon, sondern nur einen durch viele Zu-
sätze vermehrten Auszug daraus; dies ergibt sich aus dem Be-
gleitschreiben, das, leider ohne Adresse und Unterschrift, an der
Spitze der Urkunde steht3:
1 Der Text dieser Abhandlung ist von mir verfaßt, aber durchaus
zwischen mir und Partsch besprochen. In bezug auf den Inhalt ist ein
iudicium communi dividundo zwischen uns kaum möglich. Lenel.
2 Wenn Mitteis, ZSST. 40, 871, es als «unpassend» erachtet, den Ar-
beiten der Berliner Kommentatoren vorzugreifen, so glauben wir nicht, daß
diese Anschauung von den Herausgebern selbst geteilt wird; die Veröffent-
lichung des Textes kann ja doch keinen anderen Sinn haben als den einer
Aufforderung an die Fachgenossen zur Mitarbeit.
3 Die sicheren Ergänzungen werden hier im Text nicht kenntlich
gemacht; weiterhin geschieht dies in der üblichtn Weise.

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