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Hampe, Karl; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1923, 8. Abhandlung): Papst Innozenz IV. und die sizilische Verschwörung von 1246 — Heidelberg, 1923

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https://doi.org/10.11588/diglit.38049#0003
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Der bekannte Forscher L. Bertalot hatte vor einiger Zeit die
Freundlichkeit, mich auf den Codex 189 (früher 2807) s.XIV. in. der
gräflich Schönbornschen Bibliothek in Pommersfelden (= P) auf-
merksam zu machen, der in engster Beziehung stehe zu der einst von
Wattenbach, jüngst auch von mir benutzten Handschrift 152 s. XV.
der Lübecker Stadtbibliothek (= L)1. Durch die sehr dankenswerte
Bereitwilligkeit der gräflich Schönbornschen Domänenverwaltung
konnte ich inzwischen jenen Codex in der Heidelberger Universitäts-
bibliothek benützen. Die darin f. 1—87 enthaltene Formularsamm-
lung des 13. Jahrhunderts, die gemischte Materialien aus den Dicta-
mina des Thomas von Capua und Peter von Vinea, aber darüber
hinaus auch noch mancherlei andere Stücke ohne sichtbare Ordnung
zusammenfügt, ist, wie sich aus der durchgehenden Gleichheit und
zahlreichen äußerlichen Anlehnungen über jeden Zweifel gesichert
ergibt, die unmittelbare Vorlage derselben Sammlung auf f. 117
bis 185 im Lübecker Codex gewesen2. Die Lübecker Abschrift ver-
dient als solche, zumal als eine, die in dem nicht eben durch Ge-
nauigkeit der Texte ausgezeichneten 15. Jahrhundert gefertigt ist,
unbedingt Lob; trotzdem verliert sie natürlich neben der Vorlage
jeglichen Wert. Für die Forschung kommt sie hinfort nicht mehr
in Betracht.
Die heutigen Zeitverhältnisse sind leider in Deutschland für
umfänglichere Veröffentlichungen von Briefstellern und Formular-
sammlungen, die gleichwohl zu den lohnendsten Aufgaben mittel-
alterlicher Forschung gehören, noch viel ungünstiger geworden, als
schon früher, — auch die von mir beabsichtigte und vorbereitete
Herausgabe der Gapuaner Sammlung aus den Anfängen des 13. Jahr-
hunderts ist dadurch ganz ins Stocken gekommen. So empfiehlt es
sich doppelt, aus den eben zugänglichen Handschriften einzelne un-
gedruckte Stücke, die uns wirklich Neues zu sagen haben, vorerst
gesondert zu veröffentlichen. Dahin scheint mir der folgende Brief
zu gehören, den ich aus P f. 51 (= L f. 155) hier zunächst abdrucke:
1 Vgl. S.-B. d. Heidelb. Akad., phil.-hist. Kl. 1917, Abh. 6, S. 3.
2 Auch die von Herrn Bertalot mir brieflich geäußerte Beanstandung,
in P. f. 63v seien zwei Stücke versehentlich zu einem kontaminiert, die in L
getrennt erscheinen, wird dadurch behoben, daß in P nur eine Initiale zu malen
vergessen ist, die beiden Stücke aber auch dort vollständig stehen.
 
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