I.
[ANNO DOMINI 15]93 IANVARII / [OBIIT RE]VERENDVS ET PERDO/
[CT(VS) DOMIN(VS)] HE(N)[RI]C(VS) [FABER / ...(VS) IN DÖFFI(N)-
GE(N) ATQ(VE) .CAMPA ...
II.
INRI
Heinrich Faber war von 1571 bis zu seinem Tod Pfarrer in Deilingen. In der Literatur wird er Fried-
rich Faber genannt. Im Generalschematismus der Diözese Augsburg ist em Michael Faber verzeich-
net, der 1576 geweiht wurde und bis 1593 Pfarrer in Deilingen warI).
1) Frdl. Mitteilung Prof. Dr. Georg Kreuzer, Kreisarchivar.
Schwäbische Heimat Nr. 2 (März 1925); Kraft, Kunstdenkmäler Günzburg 524h
113 Jettingen, Pik. St. Martin 1593
Wappenplatte des Marquart vom Stain in der südlichen Chorwand, zweites Epitaph von Westen.
Sandstein. Oben Rundbogenblende, darin von einem Putto gehaltenes Allianzwappen; in den Zwik-
keln geflügelte Engelsköpfe. Darunter Inschrift, unterer Teil der Schriftplatte abgebrochen. Schlech-
ter Erhaltungszustand, Relief verwittert, gebrochen.
H. 70 cm (erhalten), B. 41 cm, Bu. 2 cm. — Gotische Minuskel.
An(n)o Dominj 1593, den 31 / Octoberis zu arbent^ ist ihm / herren seelighch
endtschlaff=/en, der Edel Marquart vom [...
a) Sic!
Wappen: Stain, Truchsess von Hölingen.
Nach den Wappen zu schließen, war der Verstorbene em Sohn des Hans Adam und der Eleonora vom
Stain, geborene Truchsess von Hölingen (vgl. Nr. 128), und em Bruder des Hans Jacob vom Stain (s.
Nr. 126). Künstlerisch weist der Stern große Ähnlichkeit mit dem Epitaph der Dorothea von Leon-
rodt in Rettenbach (s. Nr. 102) auf. Sowohl in der Anlage als auch in der Motivwahl des die beiden
elterlichen Wappen haltenden Engels zeigt sich eine deutliche Anlehnung an das neun Jahre zuvor
von Hans Schaller geschaffene Relief. Auch die Schrift weist Merkmale auf, die im Werk des Meisters
typisch sind, z.B. A mit geschwungenem Kopfbalken, der herabgezogene Schaft des Schluß-i bei
„Dominj“, Schäfte mit Quadrangeln und em sehr „tektonisches“ Schriftbild. So ist anzunehmen, daß
auch die Jettinger Tafel aus der Werkstatt Hans Schallers kommt.
114 Wettenhausen, Stiftsgebäude Kreuzgang 1593
Kreuzigungsaltar, gestiftet von Helena Rehlinger. Seit 1974 im Ostflügel des Kreuzganges, davor in
einem Gartenschuppen des Klosters untergestellt. Vermutlich Augsburger oder Rehlinger Prove-
nienz, seit über 60 Jahren im Kloster1 b Kalkstein (Bildreliefs, Rahmungen und Kapitelle) und Roter
Marmor (Säulen, Inschrifttafeln). Zu beiden Seiten verbreiterte Sockelzone, im von zwei Konsolen
gerahmten Basisfeld zwei querrechteckige Inschrifttafeln (II), dazwischen Wappenrelief. Die Konso-
len werden nach oben in Pilastern mit vorgelagerten roten Marmorsäulen fortgesetzt, deren Kapitelle
nicht mehr erhalten sind. Das Hauptrelief rundbogig geschlossen, in den Zwickeln geflügelte Engels-
köpfe. Darstellung des Gekreuzigten, umgeben von vier Engeln, die mit Kelchen das Blut auffangen.
Unten kniende Maria Magdalena, den Kreuzesstamm umfassend. In der Gebälkzone Inschriftplatte
(I) aus Rotem Marmor zwischen Girlanden; über den Pilasterverkröpfungen geflügelte Engelsköpfe.
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[ANNO DOMINI 15]93 IANVARII / [OBIIT RE]VERENDVS ET PERDO/
[CT(VS) DOMIN(VS)] HE(N)[RI]C(VS) [FABER / ...(VS) IN DÖFFI(N)-
GE(N) ATQ(VE) .CAMPA ...
II.
INRI
Heinrich Faber war von 1571 bis zu seinem Tod Pfarrer in Deilingen. In der Literatur wird er Fried-
rich Faber genannt. Im Generalschematismus der Diözese Augsburg ist em Michael Faber verzeich-
net, der 1576 geweiht wurde und bis 1593 Pfarrer in Deilingen warI).
1) Frdl. Mitteilung Prof. Dr. Georg Kreuzer, Kreisarchivar.
Schwäbische Heimat Nr. 2 (März 1925); Kraft, Kunstdenkmäler Günzburg 524h
113 Jettingen, Pik. St. Martin 1593
Wappenplatte des Marquart vom Stain in der südlichen Chorwand, zweites Epitaph von Westen.
Sandstein. Oben Rundbogenblende, darin von einem Putto gehaltenes Allianzwappen; in den Zwik-
keln geflügelte Engelsköpfe. Darunter Inschrift, unterer Teil der Schriftplatte abgebrochen. Schlech-
ter Erhaltungszustand, Relief verwittert, gebrochen.
H. 70 cm (erhalten), B. 41 cm, Bu. 2 cm. — Gotische Minuskel.
An(n)o Dominj 1593, den 31 / Octoberis zu arbent^ ist ihm / herren seelighch
endtschlaff=/en, der Edel Marquart vom [...
a) Sic!
Wappen: Stain, Truchsess von Hölingen.
Nach den Wappen zu schließen, war der Verstorbene em Sohn des Hans Adam und der Eleonora vom
Stain, geborene Truchsess von Hölingen (vgl. Nr. 128), und em Bruder des Hans Jacob vom Stain (s.
Nr. 126). Künstlerisch weist der Stern große Ähnlichkeit mit dem Epitaph der Dorothea von Leon-
rodt in Rettenbach (s. Nr. 102) auf. Sowohl in der Anlage als auch in der Motivwahl des die beiden
elterlichen Wappen haltenden Engels zeigt sich eine deutliche Anlehnung an das neun Jahre zuvor
von Hans Schaller geschaffene Relief. Auch die Schrift weist Merkmale auf, die im Werk des Meisters
typisch sind, z.B. A mit geschwungenem Kopfbalken, der herabgezogene Schaft des Schluß-i bei
„Dominj“, Schäfte mit Quadrangeln und em sehr „tektonisches“ Schriftbild. So ist anzunehmen, daß
auch die Jettinger Tafel aus der Werkstatt Hans Schallers kommt.
114 Wettenhausen, Stiftsgebäude Kreuzgang 1593
Kreuzigungsaltar, gestiftet von Helena Rehlinger. Seit 1974 im Ostflügel des Kreuzganges, davor in
einem Gartenschuppen des Klosters untergestellt. Vermutlich Augsburger oder Rehlinger Prove-
nienz, seit über 60 Jahren im Kloster1 b Kalkstein (Bildreliefs, Rahmungen und Kapitelle) und Roter
Marmor (Säulen, Inschrifttafeln). Zu beiden Seiten verbreiterte Sockelzone, im von zwei Konsolen
gerahmten Basisfeld zwei querrechteckige Inschrifttafeln (II), dazwischen Wappenrelief. Die Konso-
len werden nach oben in Pilastern mit vorgelagerten roten Marmorsäulen fortgesetzt, deren Kapitelle
nicht mehr erhalten sind. Das Hauptrelief rundbogig geschlossen, in den Zwickeln geflügelte Engels-
köpfe. Darstellung des Gekreuzigten, umgeben von vier Engeln, die mit Kelchen das Blut auffangen.
Unten kniende Maria Magdalena, den Kreuzesstamm umfassend. In der Gebälkzone Inschriftplatte
(I) aus Rotem Marmor zwischen Girlanden; über den Pilasterverkröpfungen geflügelte Engelsköpfe.
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