Bartholomae, Christian; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1910, 11. Abhandlung): Über ein sasanidisches Rechtsbuch — Heidelberg, 1910

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Über ein sasanidisches Rechtsbnch.

13

8.

■'ÖjS J)*Ü JÜ J-^ ^o ji

zanih andar söd is x västak mn

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hac x varsandih pa söö Jcas dät

J.)*ü lie) IVpl^ J JJ) £)!2)-‘Ü UJ) JöI£0 J)

söd pci baret ne be hist be zanih

. mänet be

4. 13 f.

Die Frau mmmt das Yermögen;
das ihr yom Ehemann während
der Ehe geschenkt wurde, sofern
sie vom Ehemann mit ihrem Ein-
verständnis aus der Ehe entlassen
worden ist; nicht mit fort; es ver-
bleiht dem Ehemann.

Die Stelle; die dem nämlichen Abschnitt wie 1 und 2 ent-
nommen ist, verlangt keine besondere Erläuterung. Ich bemerke nur, io
daß die wichtige Rolle; die das -*o Jwir x varsandih, eig. cZufriedenheit;
Sichzufriedengeben % dann c Einverständnis; Zustimmung’; der Frau
nämlich; bei der Auflösung der Ehe spieite; auch noch aus andern
Stellen hervorgeht. 4. 1 ff. = 87. 3ff. heißt es: jpoä J Vwi)“ iiüjü) 3
ii£j (p 2)“^ie>* i venyo ^oen J 2) j"y’ü j ^i -*ür> nes ) #))2)-*ö -*0^ £ 15

• • tfn^i iv0p Jca mart pa x varsandiJi i zan zan hac zamh Jiilet u pa
mniJi ö apurnäyiJc i x ves daJiet u apurnäyiJc andar apurnäyih pa
baxt savet . . d. i. “wenn der Mann im Einverständnis mit der Frau
die Frau aus der Ehe entläßt und dem eignen minderjährigen [Sohn]
zur Ehe gibt; und der minderjährige [Sohn] innerhalb der Minder- 20
jährigkeit mit Tod abgekt; . ferner 3. llflf.: [£] i^^w ^

• • #ii2) jo [^] J jü^ü ji £ i^r i J -*o Jwi)“ no ^ i i?£ ^ J jü^ü ji ^i jü jü ,^ jo
Jca göwet Jcu yutäJc [hac] pätdxsähih ö sanidi i man mat u man pa
x varsandih i yuxtaJc yuxtaJc Jiac zanih i \mari\ hist . . d. i. Iwenn er
[der Ehemann] sagt: cOkne Befugnis 1 hat sie die Ehe mit mir ein- 25
gegangen und ist von mir in beiderseitigem Einverständnis aus der
Ehe mit mir entlassen worden . Welcke Vermögensforderungen
eine Frau erheben kann; die ohne ihr Einverständnis aus der Ehe
entlassen wurde; darüber finde ich keine Mitteilung. Aus dem obigeu

1 D. i. cohne Einverständnis cles Gewalthabers’, wie es 36. 3 heißt: Ker
JJ) -*üe ))ü !l<? l-üKJ J -*ü JK5l)“ £ ka yut hac afarsandih i sardär tan pa
zanih be dahet 'wenn sie ohne Einverständnis des Gewalthabers eine Ehe eingehtt
Dieses Einverständnis ist notwendig, wenn die Ehe xiip ('gut’) sein soll, wie aus
der Fortsetzung der angeführten Stelle hervorgeht: 10)" 'A" 1 -*ü^ sanih +ne + xüp
'ist die Ehe nicht gut’. ‘Eine Tochter, die von sich aus emen Mann nimmt’
(jpiH» ^Ofim J)*ü i$jj) duxt e ke sö6 x vat lcunet), ohne daß das Familien-
oberhaupt sein Einverständnis erldärt, wird F. 2 f mit dem mir unlesbaren Wort
bezeichnet; s. dazu SBE. 5. 143, ZDMG. 36. 87.
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