Bartholomae, Christian; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1910, 11. Abhandlung): Über ein sasanidisches Rechtsbuch — Heidelberg, 1910

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Chr. Bartholomae.

" Eindrnck reduplizierter Bildungen; damit wird aber ikre etymolo-
gische Zusammengekörig'keit nicht erwiesen. Wests Übersetzung
von Dd. 62. 5 (Cod. Havn. Zend. 35; Fol. ivsv; 8); wo sich ij^
findet; in SBE. 18. 195 scheint mir höchst unsicher.

5 Das Nomen ^kj sardär (eigentlich cder an der Spitze steht;
princeps 3), sowie das zugehörige Abstraktum jü^ jüxj sardärih ('princi-
patus’) werden im MbD. sehr häufig gebraucht. Und zwar bezeichnet
sardär in der Rechtssprache den 'Gewalthaber) die Person; der auf
irgend einem Gebiet eiue cpotestas’ (sardärih) zusteht. Eine Haupt-
i° rolle spielt die Familiengewalt (i^f J jo^ jök5 sardänh i dütah), d. i.
nach römischrechtlicher Bezeichnung, die patria potestas und die
manus; s. unten S. 14. 30 ff. —Welche besondere Bedeutung es hat; daß
hier und 3. 16 (s. unter 2) sardär mit pätdxsäh verbunden wird; ist
mir nicht deutlich. Die Wiedergabe des adjektivischen pätoxsäh durch
15 'befugt’ scheint mir tiberall zu passen. Meist findet sich das Wort mit
einem ergänzenden Infinitiv oder einem ergänzenden Nebensatz; die
angebem, worauf sich die Befugnis erstreckt. 1 Än Stelle des Adjektivs
wird auch öfters das Adverb pätdxsähihä gebraucht; besonders mit
der Negation: apät 0 cunbefugterweise; ohne Recht (dazu)’; vgl. S. 17. 6.
20 Wieder etwas anders ist die Wendung S. 13. 21 f. und 19. 27.

2. 3. 15 ff.

^ü J) 'cU ‘ta rcxjen_j ^kj

zan e mart ha hu nipist e vyäh

)>0 ^C J) ^ IKJ<^ *>)) ^1)23-^ jof^ü J) £

25 pa zan än cigön be hilet zanih liac

jüiio 1) [ J] +^ Jo>W ))'?’ jPüen

hunet pätdxsäh [i] scirdär tan x ves

A h) J0^ J(jKJ ))ö JÖ JÜK>‘

ne has ö sardärih pa enihas

30 ) Wn)KJ +

än haö pas zan än [ha] u +dät +

[)] iSflJ rlCÜ fff ^ (°) +)"2J)r‘ +

[u] hart söö mart än (•) Mvandahän

Uia ^) (Uiej) +K)^ + (i) Uie)

35 frazand öi sät (u) frazand

An einer Stelle ist geschrieben:
Wenn ein Mann die Frau aus der
Ehe entläßt; obne daß er [dabei]
die Frau tiber ihre Person zum
befug'ten Gewalthaber macht; so
ist sie (andernfalls) in irgend Je-
mands Gewalt von ihm nicht ge-
geben. Und wenn jene Frau später-
hin zu Lebzeiten jenes Mannes
[wieder] geheiratet und Kinder
geboren kat; so sind diese Kinder

Befugt, clas uncl das zu tun oder nicht zu tun.
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