Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]; Junker, Heinrich F. J. [Oth.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1912, 15. Abhandlung): Ein mittelpersisches Schulgespräch: Pāzandtext mit Übersetzung und Erläuterungen — Heidelberg, 1912

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Ein mittelpersisches Schulgespräch.

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30. hatan nan xvardan frama-
yend, birii viräyed (u) daM söyed.
31. nän ö pes niJied.
32. yadä äat yaz(amaide) tä
as^m vohü se be göyeö; nän xva-
reö.
33. cüntän nän xvard beö dan-
dän päk Jciineö,
34. Asdm vohU cahär, yaää ahU
vairyö dö be göyeö.
35. dandän-frasn ö jä i xve.s-
lcäri xves bareö.
36. xvas xvafseö,
37. (u) drust xezeö.
38. diöigar röz fraöä pes cUn
xvarseö ul äyeö dast u röy sebär
pa dast.söy u haft bär pa äw däö-
ihä xUw 1 söyeö.
39.2 .
40.2 .
41. Jca ö däö3 i vist säl raseö
pes (i) dänäyän u herwaöän u
dastUrän raseö.
42. utän^ soxvan dänäihä pur-
send.
43. (w)5 somä päsoxv Jcardan na
däneö, mardom ö somä nigirend,
somä ö zamin.

30. Wenn inan euch das Brot
zu essen befiehlt, putzt (zunächst)
die Nase und) wascht die Hände.
31. Das Brot legt ihr vor euch hin.
32. Das Id-ä ät yazamaide-Gebet
bis zu den drei Asom vohü sagt auf;
(dann) eßt das Brot.
33. Wenn ihr das Brot gegessen
habt, reinigt ihr die Zähne,
34. sagt vier Asom vohU (und)
zwei YaJJä ahü vairyö auf.
35. Den Zahnstocher legt ihr an
den Ort, wo er hingehört.
36. Ihr schlaft wohl,
37. (und) erliebt euch gesund.
38. Am andern Tag frtih, bevor
die Sonne aufgeht, wascht ihr
Hände und Gesicht dreimal mit
Dastsöy und siebenmal mitWasser
sauber, wie es sicb gehört.
41. Wenn ihr ins Alter von 20
Jahren gelangen werdet, werdet
ihr vor die Weisen und Herwads
und Dasture kommen.
42. Und sie werden euch rede-
gewandt Fragen stellen.
43. (Und) wenn ihr keine Ant-
wort zu geben wißt, sehen die
Leute auf euch, ihr (aber seht)
zur Erde.

eigentlich überflüssig. Vgl. mhd. die habend des dehein gedinge, daz sie niemer
mer gesunt werden; jä verböt ich iu an den lip, daz ir niht soldet sprechen.
1 xüw meint 'sauber’, vgl. das ahd. süber 'schön’.
2 Die §§ 39 und 40 sind mir unverständlicli. Ist etwa von äyin i östäw
'die (Un)sitte der Hast’ die Rede ? pa.hustant kann doch wohl kaum fiir amhu-
spant, d. i. vgh meinen Fp., stehen.
3 Umstellung von däd ö. Zum Ausdruck vgl. PnZ. § 2. Es ergibt sich aus
obigem, daß es schon in mittelpersischer Zeit (öflfentliche?) Examina gab. Vor
ilmen maclit der Lehrer graulen: ganz wie bei uns!
4 awatg ist nur unter Voraussetzung eines Fp. 100b verständlich.
6 ka von § 41 ist hier hinzuzunehmen.
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