Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]; Aly, Wolfgang [Oth.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1914, 2. Abhandlung): Mitteilungen aus der Freiburger Papyrussammlung: 1. Literarische Stücke — Heidelberg, 1914

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1.

Inv. Nr. 12

Aus einem Schnlbuche.

Pap. Kart.Verlosungsl. 2 Nr. 25, 4 2.—1. Jahrh. v. Chr.

Mehrfach benutztes und daher stark gebräuntes Blatt, 27 cm
hoch, 11 — 12 cm breit. Das Recto zeigt am linken Rande Reste
einer Recknung (a); zu erkennen ist: ay', ß, ßy', yy', 8, yy', Sy' 1
usf. untereinander. Das übrige ist abgewaschen und durch den
Text (b) ersetzt, der in einer Kolumne geschrieben ward, als das
Blatt noch etwas höher war. Die erste Zeile ist halb zerstört.
Das Verso (c) gibt sich als Teil einer umfangreichen Rolle; erhalten
sind 2 Kolumnen, davon die linke nur zum Teil und rechts die
Spur einer dritten. Oben und unten frei. Die Verkürzung des
Blattes läßt es wahrscheinlich erscheinen, daß b eher als c geschrie-
ben ist; Makulatur war das Blatt ja sowieso, als die schöne breite
Schrift von c daraufgesetzt wurde. Die Frage ist indes von minderer
Wichtigkeit, weil b und c zeitlich nicht weit auseinanderliegen.

b ist unangenehm zu lesen, da die Schrift stark verblaßt und
der Untergrund stark gebräunt ist. Die Schriftformen sind unge-
wandt und neigen zur Kursive; mir sind aufgefallen 6 etwa wie
bei Sch(ubart, Pap. Graecae Berol.) 10 Z. 1 (101 v. Ghr.) und
gelegentlich bei Sch. 6a Z. 3—4 (149 od. 137 v. Ghr.), M mit sehr
hoch angesetztem Anstrich, der oft täuscht, Y, das von obenher
in einem Duktus gezogen ist, © leider nicht genügend deutlich,
keinesfalls aber das römische •©-, N mit sehr hochendigendem Quer-
strich, daß man es mit tt verwechselt, Z nicht genügend deutlich.

Abschrift von b:

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1 Der Bruchstrich steht senkrecht auf dem f -.
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