Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Hrsg.]; Aly, Wolfgang [Bearb.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1914, 2. Abhandlung): Mitteilungen aus der Freiburger Papyrussammlung: 1. Literarische Stücke — Heidelberg, 1914

Seite: 59
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Mitteilungen aus der Freiburger Papyrussammlung I. 59

Also Reste von drei Epigrammen, denn daß mit ’Epytvoq
kein neues beginnt, dazu rät nicht bloß der Umstand, daß die
erste Zeile sehr nahe dem oberen Rande steht, sondern auch die
Gesamtzahl der Verse (74-9), die, nach den Resten in Kolumne I
zu schließen, elegische Distichen gewesen sind. Das dritte konnte
mit Hilfe des Namens Auoltctc mit Anth. Pal. XVI 119 identi-
fiziert und danach ergänzt werden. Das zweite steht, wenn auf
die Indices bei Jacobs im 5. Bande Verlaß ist, nicht in unserer
Anthologie. Der Inhalt ist nur annähernd zu erkennen: Erginos,
der Minyer, ist Steuermann der Argo, deren Fahrt durch den
Bosporos erwähnt war. Damit wircl auch die Erwähnung von
Herakleia Pontica zusammenhängen; der ypcoc; 'HpaxkscoxT)«; 1 ist
Idmon, vgl. schol. Ap. Rhod. 2,845; mit ihm zugleich stirbt
der Steuermann Tiphys, den Erginos u. a. ersetzen, vgl. E. Bethe
bei PW VI 434 § 5. Dieser Stoff ist in den Epigrammen recht
selten. Ich kenne nur das Verschen auf die Argo Anthol. ed.
Dübner III Appendix I 1. Dagegen kam Erginos nach dem Vor-
gang des Apollonios auch bei seinem großen Gegner vor, Callim.
frg. 197 (aus schol. Pind. 01. 4,32):

’Epylvop '/.au[jisvou spoyop sv aTaSko.

Man pflegt noch Schneiders Vorgang das auf den Wettkampf
in Lemnos bezügliche Fragment in die ama einzureihen. Auch
in unserm Fragment leitet der Name einen Pentameter ein, ein
verführerisches Zusammentreffen, das uns hoffen ließ, ein wenn
auch geringes Stück Kallimachos zu besitzen. Zwei Buchstaben
mehr würden entscheiden, die vorhandene Spur tut es nicht.

Die zierliche schmale Rolle erinnert an Berl. Kl.Texte V 1
S. 75 und an Ox. Pap. IV 662, ohne jedoch der Breite wegen mit
einem von diesen identifiziert werden zu können.

5.

Inv. Nr. 11a.

Homer Ilias A 17311.

Pap. Kart. Verlosungsl. 2 Nr. 25,5. 1. Jahrh. n. Chr.

Auf dem Recto eines feinen hellen Papyrus, 10x8 cm, nur
oben vollständig, enthaltend die rechte Hälfte derVerse A173—187.
Die Schrift ist sorgfältig und aufrecht, bemerkenswert -0- E i'c,
also frührömisch, wohinauch das fehlende i adscr. (v. 179 u. 186)weist.

1 Der Versschluß 5 Ajxßpaxic&TYj«; bei Kallim. ep. 25.
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