Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]; Walleser, Max [Oth.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1916, 12. Abhandlung): Aparimitāyur-jñāna-nāma-mahāyāna-sūtram: nach einer nepalesischen Sanskrit-Handschrift mit der tibetischen und chinesischen Version — Heidelberg, 1916

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!. Einleitung.
In einem Aufsatze über „The unknown languages of
E. Turkestan" (Jo'urnal of the Royal Asiatic Society 1910,
p. 384if.) berichtete R. HöRNLE über zwei von M. A. STEiN
in der eingemauerten Tempelbibliothek südöstlich von Tun-huang 5
gefundene Ilandschriften in der „unbekannten Sprache", genauer
gesagt, in derjenigen, die heute mit ziemlicher Gewißheit als
die Sprache der Sakas bestimmt^) und nach ihrer sprachverwandf-
schaftlichen Stellung von den einen als „nordarisch"-), von
andem als ,,ostirauisch"H^ von wieder anderen als „tocharisch"^) 10
und „mittelsakisch"") bezeichnet worden ist. Jene Manuskripte
erschienen ihm deshalb von besonderer Wichtigkeit für die Ent-
zift'erung und Erforschung jener Sprache, weil sie zwei Texte
enthielten, deren Sanskritfassungen anderweitig bekannt sind:
die Vajracchedikä und das Aparimitäyuh-sütra. IVährend nun 15
die Vajracchedikä schon im Jahre 1881 von AlAX AIüLLER im
ersten Faszikei der Anecdota Oxoniensia nach verschiedenen
Handschriften, auch solchen japanischer und tibetischer Her-
kunft, herausgegeben wurcle^), hat das Aparimitäyuh-sütra bis
heute noch keinen Bearbeiter gefunden, was allerdiugs dainit 20
0 Vgl. ÜE CoQ, Journal of the Royal Asiatic Society 1909, p. 318; LüDERS,
Sitzungsbericbte der Egi. Akademie der Wissenscbaften zu Berlin, Phii.-bist. Ktasse,
1913, p. 40511; REicHELT, Indogermanisches Jahrbuch 1914, p. 20 ff.
s) Vgl. E. LEUMANN, „Zur nordarischen Sprache und Literatur", Straßburg 1912.
3) Vgl. REicHELT 1. c., p. 75; PELLioT, Memoires de la Societe de Linguistique
de Paris, tome XVIII (1913), p. 89 ff.
9 STEN KoNOW, Göttinger Gelehrte Anzeigen, 1912, p. 551 ff.; STAEL-HoLSTEiN,
„Tocharisch und die Sprache II", St. Petersburg 1908. Vgl. dagegen F. W. K. MüLLER
und E. SiEG, „Maitrisimit und Tocharisch", SitzungsberichteBerhn. Akad., Phit.-hist.
KL, 1916, p. 395 ff.
ßARTHOLOMAEim „ReaiiexikonderGerm.Aitertumskunde" (Strahburgl914),
Band II, p. 590.
9 Über die chinesischen und tibetischen Versionen dieses Textes vgl meine
„Prajnä-päramitä" („Quellen der Religionsgeschichte", hgg. von der Kgl. Geselisch.
d. Wiss. zu Göttingen, Gruppe 8, Bd. 5, Göttingen und Leipzig 1914), p. 20 h.
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