Abel, Hans; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1921, 5. Abhandlung): Die Verbalformen des abhängigen Satzes (Subjunktiv und Infinitive) im Nubischen — Heidelberg, 1921

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Hans Abki, :

Indikativ. Subjunktiv.
1. pl. prt. pess'i'sin
2. pl. prt. pess'a'ske? (Prs. ?) pess'e'su, (pess'[. J'sin?)
3. pl. prt. pess'i'sana pess'e'san, pess'is?
Ich beginne die Behandlung der einzelnen Formen mit dem
klareren und besser belegten Prt.
1. sg. prt. Subj. pess'e’si, Ind.pess'i'se. Belegt: Lect. 107, 10
(Jh. XVII, 8): ias'sanfa a’n] ir'iöyun pal'a'kr'e'si'ka «sie erkannten,
daß ich von dir herkomme»; Lect. 107, 7 (Jh. XVII, 7): [i]as’-
■sana di ka clen’gi'snä m[is]s[a]n‘ka Jtellö'ka tck'ka tig'g'e’si'k[a]
«sie erkannten, daß ich alles, was du mir gabst, ihnen gegeben habe»;
Men. XI, 8: di'ka aul'O'se nape'lc’ au'e’si'logun «(zu dir) rette ich
mich, weil ich Sünde getan habe»; Lect. 107, 2 (Jh. XVII, 5):
iiok'u .... ir'iötgö du'n kus'sika «den Glanz, den ich bei dir hatte»
(Mob. ikram cd'in il'log frg'i'kes'sin'ga ....); St. XIII, 13: pcig'e'-
silo'kalo «nachdem ich gerichtet habe»; Graff. 4, 1: ai'ia ge.s'si nape'-
gu'ka tok'ar'a'din'e'sö «vergib mir die Sünden, die ich getan (?)
habe» (der Anfang ist nicht klar. Das -a- vor -g- steht über dem
vorausgehenden -i-, soll also vielleicht dieses ersetzen. Ich sehe in
dem -ia die Postpos. -la, die stets nach Pronn. in dieser Gestalt
erscheint, das ai'ia gehört dann zu tok'ar'a'din'e'sö, für dessen
Konstruktionsweise sonst allerdings kein Beleg vorhanden ist. Dann
müßte ges das Verbum sein, es ist sonst unbekannt. Schreibfehler
für pess 'sprechen’? Möglich wäre aber auch, zu lesen ai iag'es'si
mit einem gleichfalls unbekannten Verbum lag; dann wäre ai Sub-
jekt des Subjunktivs). Hierher dann wohl auch das pes'sika, das
ibd. 6 in unverständlichem Zusammenhang steht, ebenso Graff. 2, 2:
app'e'si kello'kydo. Unsicher ist auch Sale 11: gan'a‘ter're'lo gan'-
He[. Jg.i'si'gu'l'lon napi 4 lo «ich kaufe . . . ., und (wofür) ich es
kaufe, sind vier Goldstücke» (nach dieser Übersetzung ist die ganze
Auffassung von Sale zu modifizieren, das führt hier zu weit. AVas
in der zerstörten Stelle gestanden hat, vermag ich aber nicht zu
ergänzen; man erwartet eigentlich nur gan'tifgj'g'i'si). Unsicher
sind die beiden, auch formal abweichenden Stellen Men. XI, 13:
(was soll ich mit dir tun?) nod'u an’ni'lo'sin malo torr'a'si etwa: «es ist
meine Herrin, an die ich mich wende» (?, zu malo tor im Sinne von
'sich wenden an' vgl. St. XVI, 2); Men. XIII, 8: rk'ketalle'elon e'ltt'a
na'k unn'arra'si ta'n taids'ka Mena'ä ök'e'sö. Der Sinn ist: die
Frau soll ihren künftigen Sohn Menas nennen. Gr. übersetzt:
«O woman, the son that thou shalt bear, call bis narae Mena».
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