Bartholomae, Christian [Editor]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1923, 9. Abhandlung): Zum sasanidischen Recht, 5 — Heidelberg, 1923

Page: 48
DOI Page: Citation link: 
https://digi.hadw-bw.de/view/sbhadwphkl_1923_9/0048
License: Free access  - all rights reserved
0.5
1 cm
facsimile
48

Christian Bartholomae.

Anhang.
Mpers. aparmänd in nichtjuristischem Gebrauch.
S. das Stellenverzeichnis S. 3, Z. 7 f.
1. Ich habe bereits oben S. 3 erwähnt, daß an zwei Stellen,
5 Sv. 10. 45 und PJn. 1. 7, an denen aparmänd in nichtjuristischem
Sinn gebraucht ist, das Wort von den Übersetzern West SBE. 2i. 169
und Modi Jämäspi 28 f. mit ‘supremacy’ wiedergegeben wird, d. i.
'Übermacht1. Die Bedeutung läßt sich zur Not für die Öv.Stelle halten,
dagegen scheint sie mir für die Jn.Stelle ganz unbrauchbar, auch
io wüßte ich nicht, wie man diese Bedeutung mit der juristischen ver-
einigen sollte. Und das halte ich doch für durchaus notwendig. Aus-
gezeichnet aber paßt für die Sv.Stelle die Bedeutung 'Vorrecht, Privi-
leg’; sie fügt sich auch ohne Mühe der Jn.Stelle, und, was von aus-
schlaggebender Bedeutung ist,- wir gewinnen damit die Brücke, die zu
15 dem oben dargestellten juristischen Gebrauch des Worts hinüberführt.
a. Zu Sv. 10. 45 f. heißt es (in Pas and): ci man2 dln no q i pa
aivarmqd dösit bd q, xvähast i pa xard u guwäi östyqtar u padlrasm-
tar. — dösit halte ich für eine falsche Umsetzung des urschriftlichen
1 S. noch unten S. 53 No. 2.
20 2 man ? Der Urtext hatte wohl cl. i. ce-m, mit dem schwachtonigen
Pronomen; in der Vorlage des Päzandisten aber wird gestanden haben, mit
falschem £ für £ wie öfters; s. Bthl. zSR. 4. 36, oben S. 45, Z. 20. — Der selbe
Fehler, £ statt 6, steckt meines Erachtens auch an der Stelle PahlT. 13 :
hutös . . . lke-vi . . . liac-aS zeit ]estet‘Hutös . . ., von der mir . . . geboren worden
25 sind’. Das 'mir’ ist, wie ja auch ■— unabsichtlich — Geiger durch seine Über-
setzung, SBayrAW. 1890. II. 59 zeigt, nicht zu entbehren. Damit entfällt aber
auch die Möglichkeit, nach Geiger mit dem folgenden -b zusammenzunehmen.
Es ist zu lesen: kenn pus u duxt 30 hac-3c zeit
estet Von der mir 30 Söhne und Töchter geboren worden sind’. Der Fehler -b
30 statt ) ist dadurch entstanden, daß der Schreiber von MK (bei West J) hinter
) 'und’ das Wort für 'Tochter’ erst lautgerecht mit ttvf geben wollte, dann aber,
nachdem er das erste Zeichen geschrieben hatte, entsprechend seiner Vorlage die
Maske dafür setzte, und dabei vergaß, das I zu beseitigen. Der Fall gleicht dem
bei Btiil. MiranM. 1. 38 No. 5 aufgezeigten, mit £Oi statt £0, der Maske für j“) näm
35 — so auch MhD. 95. 6: HfJ pa nämcist und Kn. 1: -*"1) HO pa kär
neimcik —, und ebenso erklärt sich ))*OOi£5 ke-sän Bd. 74. 1 (gegenüber 0*00)£
GrBd. 222. 14).
loading ...

© Heidelberger Akademie der Wissenschaften