Martin, Alois; Ramsauer, Carl ; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse: Abteilung A, Mathematisch-physikalische Wissenschaften (1918, 10. Abhandlung): Über die Wirkung des Schumannviolett auf die Hauptgase der Luft: nach Versuchen und Entwürfen von Alois Martin — Heidelberg, 1918

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Wirkung des SciiuMANKviolett auf die Hauptgase der Luft. (A. 10) 15

Diese Zahl als solche hängt völlig von den speziellen Versuchs-
bedingungen (Stärke der Funken, genauer Abstand der Funken
vom Fenster, Durchlässigkeit der Flußspatplatte) ab. Sie ge-
winnt aber sofort eine absolute Bedeutung, wenn gleichzeitig die
durch das Fenster eingetretene und von der Luft absorbierte
Lichtmenge gemessen wird. Dies war ursprünglich eine der Haupt-
absichten der vorliegenden Arbeit^, konnte aber infolge des Kriegs-
beginnes nicht mehr durchgeführt werden.

II. Versuche über die relative Wirksamkeit des ScmjMAXN-Violett
auf die einzelnen Hauptbestandteile der Luft.
Zur exakten Lösung dieser Aufgabe genügt es nicht, die
Minimalwerte der Trägermengen entsprechend dem Schluß des
vorhergehenden Abschnittes zu bestimmen. Würde man zum
Beispiel den Wert für Kohlensäure doppelt so hoch finden wie für
Sauerstoff, so würde man daraus auf die Trägermengen des Zeit-
punktes Null nicht den gleichen Schluß ziehen können, da die doppelt
so starke Konzentration im zweiten Falle auch unter sonst völlig
gleichen Umständen eine weit stärkere Rekombination bedingen
würde als im ersten Falle; der wirkliche Anfangswert für Kohlen-
säure würde demnach gegenüber dem wirklichen Anfangswert
für Sauerstoff weit größer sein, als dem gefundenen Verhältnis
2 : 1 entspricht.
Die Messung der Lichtmengen gleicher Wirkung bei
verschiedenen Gasen.
Diese Schwierigkeit läßt sich in folgender Weise überwin-
den. Man bestimmt nicht die verschiedenen Trägermengen,
* Lichtelektrische Wirkung bezogen in absolutem Maße auf die zu-
gehörige Lichtenergie ist bisher überhaupt nur in dem einen Falle der Erd-
alkaliphosphore gemessen (LENARD und HAUSSER, Heidelb. Akad. 1913
A19; P. LENARD, Heidelb. Akad. 1914 A13). Bei ihren Untersuchungen
über die selektive lichtelektrische Wirkung auf die Alkalimetalle haben zwar
die Herren PonL und pRiNGSHEiM die Wichtigkeit der Bezugnahme auf
die absorbierte Lichtenergie hervorgehoben, ohne jedoch tatsächlich ent-
sprechende Messungen durchgeführt zu haben, die nur an sehr dünnen Schich-
ten möglich wären (vgl. P. LENARD, Elster- und Geitel-Festschrift 1915,
S. 687, Note 51). Im Gaszustand — wie in dem von A. MARTIN behandelten
Falle — sind solche Messungen leichter möglich, und dies war der Anlaß
zur Ingangsetzung dieser Arbeit.
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