Stein, Karl vom und zum; Gradenwitz, Otto [Editor]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1910, 12. Abhandlung): Der Freiherr vom Stein an Fritz Schlosser auf Stift Neuburg bei Heidelberg: 29 Briefe und eine Skizze ; nebst einem Anh. ; mit 3 Faks. — Heidelberg, 1910

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Vorwork.

Mit der Besitzung Kloster Neuburg vererbten sich 29 Briese, die
der Freiherr vom Steiu an Fritz Schlosser gerichtet, nebst einem
Memoire von Steins Hand, und gelangten so an den Freiherrn
Alex. von Bernus. Nach dcssen im Jahre 1909 erfolgtem Tode erwarb
ich diese Briefe aus seinem Nachlaß durch das Wernersche Antiquariat
in Heidelberg; ich veröffentliche sie hiermit durch das Medinm unsrer
Akademie, wie dies der verstorbene Frh. v. Bernns selbst unter-
nommen haben dürste, wenn er länger gelebt hätte.

Die staatsrechtliche Skizze ist meikkes Wissens noch nicht benutzt.
Aus den Briefen hat Max Lehmann (Freiherr v. Stein, 3. Teil)
solgende Skellen abgedruckt: 14,47 (L. S 485ch 17,8 — 18,24-28, I822-42
(L. S 489 — 491) 3n-i7 (L. S 503) llzs-s? (L. S 5 0 3)38 - 89 (L. S 506)
29,20 ist zitiert L. S 498^. S 491 schreibt Lehmann: „Stein an Fritz
Schlosser: Cappenberg 22. Jnni 1829, Homburg 15. Juli 1829, Cappen-
berg 11. Dezember 1830. Dieser Brieswechsel ist mir dnrch die Güte
des Freiherrn v. Bernus zugünglich gemacht".

Pertz (Steins Leben 5, 720) zitiert Brief 1,12-17.

Es scheint mir richtig, daß nunmehr jede Zeile aus diesen Briefen
des großen Mannes an die Öffentlichkeit gelange. Nicht wenig Krast-
worte und Gefühlsäußerungen finden sich, die der Allgemeinheit
der Gebildeten von'Wert sein dürften; die geschichtliche Wissenschaft
wird aus Manchen Stellen Nutzen ziehen können. Zwar tritt uns
in diesen Briefen nicht der aktive Staatsmann entgegen, dessen stür-
mische Leidenschaft ihm die Achtlnrg (nicht die Neigung) der Gebietenden
erwarb, nicht der Kümpe, der „geboren ward, dekk Lindwurm zu erschlagen
nnd dann den Weg zu gehn, den dieser ging"; es ist der Patriarch
auf Schloß Nassau rnld dem „waldigen einsamen" Cappenberg, der
Post bslln et oonv6ntu8 prineiprnn nct Inros roclux ntcins lii^torine
patrin6 1ontiI)U8 6vo1v6näi8 nctclietn8' das letzte Dezenninm seines
Lebens in Frieden, wenn auch nicht frei von vaterländischen Sorgen,
dahinlebt, und er schreibt nicht an einen Standesgenossen (wie der
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