Abel, Hans; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1921, 5. Abhandlung): Die Verbalformen des abhängigen Satzes (Subjunktiv und Infinitive) im Nubischen — Heidelberg, 1921

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Die Verbalformen des abhängigen Satzes im Kubischen. 57
der Gen. des Subj. steht. Mn. war das noch nicht der Fall, da
heißt es pess'a'de'ri pau'ha, AVaren jedoch die gleichen Nominal-
ausdrücke mit Substantiven verbunden, standen diese im Gen.:
Melchisedek'in pauu. So hatte man gern ice'n bät'ta «nach einem
-Jahre» neben nog'ri bät'ta «nachdem ich gegangen war», und da
konnte in letzterem leicht analogisch ein genetivisches -n einge-
schoben werden, um so mehr, als gen. Verknüpfung bereits mn. beim
Relativ-Subj. mit nachstehendem Beziehungswort vorkommt (p. 51).
Ging nun aber die Subj.-Form von Haus aus auf -n aus, so ver-
schmilzt das Gen.-w mit diesem, der Gen. ist scheinbar endungslos
(so auch bei Nominibus auf -n); so wurde aus dem Nebeneinander
von nog'ri'n bat’ta und nog'in bat'ta ein nog'rin als Subj. abstrahiert.
Das Subjekt des Subjunktivs im Mn. und FM.
Schon mehrfach ist darauf hingewiesen, daß im Mn. und
im heutigen FM das Subjekt eines Subj. in der Regel im Gen.
steht. In KD findet sich davon mit einer Ausnahme (s. u.) keine
Spur, auch nicht bei dem sporadischen "Infinitiv’ auf -ran, s. p. 13.
Im Mn. liegen nun statistisch die Verhältnisse folgendermaßen:
Beim eigentlichen Subj., d. h. mit Ausschluß der auf p. 42 ff.
behandelten Formen auf -en und -in, haben wir 65 Belege; es sind
das einige weniger, als oben Subj. angeführt wurden, da gelegent-
lich zu einem Subjekt mehrere Subjunktivformen gehören. Von
diesen 65 Stellen haben drei das Subjekt an der entscheidenden
Stelle zerstört, bei einer ist es unbestimmt, die anderen zeigen
21 mal das Subjekt im Genetiv,
6 mal das Subjekt im Nominativ, es ist dabei stets von
dem des übergeordneten Satzes verschieden,
34 mal ist das Subjekt nicht ausgedrückt.
Das genetivische Subjekt überwiegt also durchaus. Für die an-
deren Formen ergibt sich:

-en mit postpositiona-
lem Nominalausdruck
-en -in
(Nebenumst.)
Subjekt im Gen.
Subjekt im Nom., gleich dem des
6

2
übergeordneten Satzes
Subjekt im Nom., von dem des

18

übergeordn. Satzes verschieden


9
Subjekt nicht ausgedrückt . .
9
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