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Wolgast, Eike [Editor]; Seebaß, Gottfried [Editor]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften [Editor]; Kirchenrechtliches Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland [Editor]; Sehling, Emil [Bibliogr. antecedent]
Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts (5. Band): Livland, Estland, Kurland, Mecklenburg, Freie Reichsstadt Lübeck mit Landgebiet und Gemeinschaftsamt Bergedorf, das Herzogthum Lauenburg mit dem Lande Hadeln, Hamburg mit Landgebiet — Leipzig: O.R. Reisland, 1913

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https://doi.org/10.11588/diglit.27083#0397
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Ordnung der Stadt Mölln von 1531.

381

Wi willen ock dat in alle unsem gebeede
de kerkhöve ehrlick, na older gewanheit, geholden
werden. Unde dat de doden, unse leven brödere
unde süsteren, de tom jüngesten dage mit uns
upstaen schölen, ehrlick mit christlikem sange, so
dat begeret wert, to grave gebracht werden. Idt
were denne, dat in sterfliken edder pestilentzi-
schen tiden sulk sank bi allen nicht konde geschehn.

Wil iemant lüden laten, de geve den kerk-
vederen dat gewönlike gelt, tor buwet unde anderer
noth to hülpe.
Wat se mehr butene bedarven, werden se na
gelegenheit, ut unser lübischen ordeninge wol
vindende.
Christus si mit uns.

73. Sunderge ordeninge der stadt Mollen. Vom 4. August 1531.
[Nach dem Drucke von 1531. Vgl. oben S. 377.]

Wi borgermeistere unde radtlüde sampt der
ganzen gemeine der stat Möllen, danken negest
gade dem erbarn rade to Lübecke, dar umme dat
se rades heren und börgere to uns afgeverdiget
hebben, eine christlike ordeninge unde vorsorginge
unser kerkdeneren, der scholen unde der armen
lüde, to makende. Mit den sülvigen heren und
börgeren. neuen unsem hövetmanne, mit vulbort
unser borgeren, hebbe wi beslaten unde verordenet
im iare Christi 1531 des frydages vor Laurentii,
dar vor wi alle iar des sondages vor Laurentii
gade dorch Jesum Christum in der kerken, under
der missen, alse in der lübischen ordeninge vor-
meldet steit, danken willen. Wi hebben overst
beslaten un verordenet, eindrechtichlick alse hir
na gescreven steit.
Int erste, so hebbe wi gerne angenamen, sulke
christlike meninge unde vorslach unde bewillinge
eines erbarn rades, in allen stücken, de unser stadt
to vorderinge des hilligen evangelii denen, alse be-
screven steit in erer ordeninge buten der stadt
Lübeke, unde hebben bescriven laten alle geist-
like gödere, alse me se nömet, unde allent, wat
umme gades willen gegeven is, und to allen güderen
der kerken tohörende, und de mit der tidt werden
losstervende, gesettet sos vorstendere neven dem
hövetmanne, dre ut unsem rade, und dre van
unsen börgeren. De schölen de kerke vorsorgen
und alle wöningen unser kerkdeneren, neven der
scholen, mit aller redeliker notrofft, und den
sülvigen kerkdeneren unde scholepersonen alle
verndel iares dat andehl eres soldes geven ane
vortoch , so se anders nicht bet up dat halve iar
töven könen. To sulkem schatte in tonemende,
schölen de vorstendere edder kerkvedere, hebben
eine schat caste, mit sos slöten ungelick. Unde
wen se des iares ummen trent letare, dem hövet-
manne unde dem ganzen rade rekenschop hebben
gedan, so schal em ut dem rade unde ein van
den borgeren van der vorstenderie, dorch dat loth,
afftreden, unde de anderen veere sampt dem
hövetmanne unde unsem ganzen rade, schölen
twe wedder kesen, dar to vellich, den einen ut
dem rade den anderen van den börgeren.

Unse pastor mit alle sinen nakömelingen,
schal wanen in dem terminarien huse edder mönneke
huse, dem wille wi geven iarlick hundert rinsche
güldene to sinem ehrliken husholdende.
Sin capellaen schal wanen up dem parhave
mit alle sinen nakömelingen. De schal hebben
iarlick hundert lübische mark.
So wi idt mit der tidt vormögen unde wert
vor nöt unser stadt angesehn, so wille wi gerne
noch einen capellan annehmen und vorsorgen.
Unse parner unde capellan, schölen uns mit
predikende, bichthörende, christliker underrichtinge
eines ieweliken, kranken to besökende, sacramente
to gevende etc. na aller wise vorsorgen, alse in
der lübischen ordeninge van eren parneren unde
capellanen bescreven is, mit sulker wise werden
se eren sold wol vordenende unde ere brodt nicht
vorgeves eten. Wat wi anders en sus thon eren
könen dohn, dar inne kenne is uns schüldich alse
iegen de denere Christi.
Unse scholemeister schal iarlick hebben 15
lübische mark, unde twe parte van dem iungen
pretio alle verndel iares.
Sin hülper edder undermeister, schal ok
coster sin, dar vor schal he iarlick hebben 30
lübische mark, unde dat drudde dehl van dem
kinder pretio alle verndel iares.
Dat pretium schölen de kinder geven na
older wonheit, alle verndel iars, und des winters
holtgelt, dat se mögen warm sitten.
Rechte arme lüde, de gerne ere kindere
wolden leren laten, unde vormögen sulk pretium
nicht, alse de anderen armen kindere geven, de
schölen umme gades willen bidden de keckvedere,
de sülvigen schölen süke kindere dem schole-
meister bringen, dat he se annehme vorgeves to
lerende, so wol alse de riken kindere.
Wen wi dat mit der tidt vormögen, so wille
wi noch einen scholegesellen holden.
De coster schal ock beholden den huspennink,
den schal he sülvest sammelen, item sin drank-
gelt na gewanheit. Unde he schal wanen in der
costerie, dat de scholemeister deste beter ruhm
 
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