Liebich, Bruno [Editor]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1919, 15. Abhandlung): Zur Einführung in die indische einheimische Sprachwissenschaft, 2: Historische Einführung und Dhātupātha — Heidelberg, 1919

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Bruno Liebich:

astau yatra prayujyante nanarthesu vibhaktayah,
tan näma kavayah prähur bhede vacanalingayoh.
Bei der Zerlegung der Taddhita kehrt das uns schon bekannte
(§ 28) Beispiel dandya = dandärha wieder. Für die Bahuvrlhi’s
gibt der Verfasser rüpavadbhärya "ein Mann, der eine schöne Frau
hat’, umschrieben durch rüpavati bhäryäsya. Als neuer Typus
erscheint der Dvandva Indräsomau, der wie später durch Indras
ca Somas ca aufgelöst wird. Das Wichtigste aber sind die Namen
der sechs Klassen der Komposita, die hier gleich vollständig und
in der von Panini beibehaltenen Gestalt erscheinen (105):
dvigur dvandvo ’vyaylbhävah karmadhäraya eva ca,
pancamas tu bahuvrlhih, sasthas tatpurusah smrtah.
Von diesen Namen geht Tatpurusa (= tasya purusah 'sein
Diener’) offenbar auf das Musterbeispiel des Yäska räjapurusa
zurück. Auch Bahuvrlhi (sc. desa 'ein Land, wo viel Reis wächst’)
und Dvigu (= dväbhyäm gobhyärh kritah für zwei Kühe erstanden’,
vgl. Pan. V, 1, 28. 37) sind Musterbeispiele. Dvandva 'Paar’ weist
darauf hin, daß die zweigliedrigen kopulativen Komposita den
ältesten und wichtigsten Typus der Klasse bilden. Auch der Name
Avyayibhäva 'zum Avyaya (Indeclinabile) werdend’ weist auf die
auffallendste Eigenschaft dieser Klasse hin. Der Name karmadhä-
raya 'die Handlung tragend' für die kongruenten Tatpurusa scheint
weniger glücklich gewählt.
43 Von den zwanzig Upasarga ist in V. 94 die Rede; aus 95
erfahren wir, daß Säkatäyana diesen noch drei andre hinzugefügt
habe, und zwar accha (nach Macdonells guter Konjektur für das
überlieferte anu), ^rad und antar. Das erste und dritte hat Panini,
. der an der traditionellen Zahl der Upasarga festhält, in die Reihe
seiner Gati’s aufgenommen (I, 4, 69. 65), während srad von Kä-
tyäyana (Värttika 5 zu I, 4, 59) zu den Upasarga nachgetragen wird.
Von den Nipäta ist auch jetzt noch keine Aufzählung ver-
sucht worden: iyanta iti samkhyänam nipätänäm na vidyate (93).
Wenn schließlich der Verf. für die Exegese die Anweisung
gibt, die im Vers oft auseinandergerissenen Worte zusammenzufügen
und eine sinngemäße Reihenfolge herzustellen (viprakrstam ca
samdadhyäd änupürvim ca kalpayet 100), sowie die vedischen
Worte des Mantra durch 'weltliche’ zu ersetzen (yad yat syäc
chändasam mantre tat tat kuryät tu laukikam 101), so formuliert
er damit zutreffend die in Yäska’s großem Werk tatsächlich und
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