Liebich, Bruno [Editor]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1919, 15. Abhandlung): Zur Einführung in die indische einheimische Sprachwissenschaft, 2: Historische Einführung und Dhātupātha — Heidelberg, 1919

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Zur Einführung in die ind. einh. Sprachw. II. 17
das die Form der späteren Wurzel zeigt, aus dem Kompositum
soma - mad abstrahiert sein kann, während vrdhanvat sogar eine
abstrakte Neubildung, vermutlich nach Analogie von vrsanvat, ist:
madvat III, 29, 2 (mädayantäm). 4 (mamadan). 5 (matsat). 38, 2
(madämali). IV, 6, 3 (madyam, made). V, 6, 10—12. 7,
5. 8, 2. 3. VI, 9, 1. 11, 1. 3. 4. 12, 1.
vrdhanvatIV, 31, 3. 5 (rtävrdhä). 6. 9 (rtävrdhah). 32, 11 (vardha-
ta). V, 6, 4. 7, 5 (avlvrdhan). 18, 3. 19, 16 (vävrdhe).
Auf dieser Stufe steht die Entwicklnng bei Mahidäsa; die
Bildungen mit Ppp machen hier, wie man sieht, etwa die Hälfte
der Fälle aus. Im Verlauf der Brähmanazeit gewinnt diese Forma-
tion an Boden und beträgt im Kaus. Br. über 90 %. Von den
drei andersartigen Taddhita’s, die ich mir aus diesem notiert habe,
sind uns zwei, madvat und vrsanvat, bereits bekannt, für das dritte,
sadvat I, 1 (auf asi und santi bezüglich), ist zu beachten, daß das
Verbum as II kein Part. Praet. bildet, weshalb das Part. Praes. dafür
ein tritt. Das Ppp ist also hier so gut wie unbestritten als Ver-
treter des Verbum finitum und infinitum anerkannt.
Aus dieser idiomatischen Verwendung dürfte sich wohl auch
das Ppa auf -tavat entwickelt haben, das von Yäska an auf-
tritt, zu Panini’s Zeit das reduplizierte bis auf ein halbes Dutzend
Formen verdrängt hat, während es dem Rgv. unbekannt ist und
noch in den Brähmana’s nach Whitney’s Zeugnis (§ 960) kaum
jemals angetroffen wird.
Die Nighantu’s.
19 Die uns in fünf Adhyaya’s überlieferten, von Yaska kommen-
tierten Wortlisten der Nighantu’s bestehen teils aus Nomina und
einigen Partikeln, teils aus Verbalformen, wovon wir uns hier
nur mit diesen näher beschäftigen wollen.
Die drei Sammlungen von einzelnen Glossen, die den vierten
Adhyäya bilden, enthalten zwar auch eine Anzahl finiter Verbal-
formen (nanisante, sisite, erire, tütäva, vanusyati, hinota), denen
sich aber für die Geschichte der Grammatik ebensowenig ab-
gewinnen läßt wie den beiden Wortpaaren sisaktu sacate und
bhyasate rejate in der Liste solcher Wortpaare III, 29. Wertvoll
für jenen Zweck sind hingegen die fünfzehn Listen von vedischen
Verben in den drei ersten Adhyäya’s, die zusammen 313 Wörter
in synonymischer Anordnung darbieten. Es sind folgende:
Sitzungsberichte der Heidelb. Akademie, phil.-hist. Kl.. 1919. 15. Abh. 2
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