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Wolgast, Eike [Editor]; Seebaß, Gottfried [Editor]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften [Editor]; Kirchenrechtliches Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland [Editor]; Sehling, Emil [Bibliogr. antecedent]; Dörner, Gerald [Oth.]
Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts (7. Band = Niedersachsen, 2. Hälfte, 2. Halbband, 2. Teil): Grafschaft Schaumburg, Goslar, Bremen — Tübingen: Mohr Siebeck, 2016

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.30840#0243
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1. Die „Articuli Jacobitarum“a
18. März 1528

bAnno etc. XXVIII., am Middeweken1 nach Oculi, synth dusse artikele dorch de parlude Sanct Jacobs
kerken2 tho Goßlar den ersamen Ludeken Flogell und
Hans Arnßborch, radespersonen, overgegeven, eynem erbarn rade
tho Goßlar overtoantwordende, deme ock alßo ghescheynb

Thom ersten wille wy alße christlike, gehorsame
borger in den dyngen, darinne wy schuldich synt,
gehorsam tho syn nha uthwysinge der hilgen
scryfft3, wat lyff unnd gud, ehr unnd gelympe an-
tredende is, ceynem erbaren radec gehorsam syn und
nummermer ungehorsam gesport werden4.
Thom anderen, wat averst der zelen zalicheit unnd
dat wort Godes belangende is, de wyle in dussem
valle Godt mher tho fruchten is wen de gantze
werlt5, wille wy bydden unnd gebeden hebben myt
hogestem ernste, eyn erbar radt wylle dat evangeli-
on, dat lutter reyne wort Godes, des wy tho Goßler
noch nuwerlde nycht6 gehadt hebben, predigen la-
ten, furdern, schutzen unnd hanthaven in allen pa-
ren, thom ersten, dat wy des pflychtych synt by ver-
lust unser zelen zalicheit7, thom anderen, in dem idt
a Textvorlage A (Handschrift): StadtA Goslar B 4546
(ohne Blattzählung). Textvorlage B (Handschrift):
StadtA Goslar B 4546. Diese Reinschrift enthält nur die
Artikel 1-4. Abdruck: Hölscher, Geschichte der Re-
formation, S. 24-27; Quellen zur Geschichte, S. 19-22.
b-b Überschrift von and. Hd. in A; Überschrift in B (dort
mit der Ergänzung: Articuli Jacobitarum). / In A findet
sich noch eine zweite Überschrift von einer weiteren Hd.:
Articull zwischen den gilden und eingepfarreten in Gos-
lar bei reformation der kirchen in anno 1528 aufgerich-
tet.
c-c Erg. am Rand in A.

1 Mittwoch.
2 Zur Gemeinde St. Jakobi und den zum Pfarrbezirk ge-
hörenden Straßen vgl. die Einleitung S. 179 sowie
Brunke, Kirchliches Leben in Goslar, S. 10 (nach den
von Brunke anhand des Schoßregisters von 1501 errech-

eyn erbar radt vorsegelt hefft unnd vorwylliget, ock
van allen gylden unnd van der gantzen gemeine
nhagegeven, unnd yn unsen artickelen alße dat gro-
ste unnd nodigeste vorfateth, ock myt swaren unnd
vielvoldigen eiden, darup gedaen, ßodans tho für-
dern bevestigeth.
Thom drudden, dat ock in alle phar mogen gefur-
dert werden unnd geseetet na dem beveel des wort
Godes8 unnd nha uthwysunge unser artickel gelarde
christlike menner, de uns dat wort Godes lutter
unnd reyne predigen, dede9 alles, wat wedder den
christliken geloven is, wedder Godt unnd syn hylli-
ges wort, wetten afftostellen.
Thom verden, indem nhu alle unse parrers hyr tho
Goßler wedder God unnd wedder syn godtlyke wort
neten Zahlen wohnten ca. 2150 Einwohner im Gebiet der
Gemeinde), Kelichhaus, Goslar um 1600, S. 26f. und
Graf, Niederkirchenwesen (Karte im Buch). Zur Be-
deutung der Gemeinde für die Einführung der Refor-
mation s. die Einleitung, S. 183f.
3 Vgl. Röm 13,1-7; 1Petr 2,13-17.
4 1525 war es zu Unruhen in Goslar gekommen. Von den
Gilden und der Gemeine wurde dem Rat eine Beschwer-
deschrift vorgelegt: „Gravamina, welche die ehrlichen
gilden und gemeine einem erbarn rat alhier in 38 puncten
vortragen haben“. Vgl. die Einleitung S. 184.
5 Apg 5,29 (die sogenannte „clausula Petri“).
6 Bislang nicht.
7 Vgl. Mk 16,15.
8 Vgl. z.B. Apg 6,3-4; 1Tim 5,17; Tit 1,9.
9 Zu diesem unflektierten Relativpronomen s. Lasch /
Borchling 1, Sp. 402.

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