Götze, Albrecht; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1922, 4. Abhandlung): Die Schatzhöhle: Überlieferung und Quellen — Heidelberg, 1922

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Die Schatzhöhle.

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II.
Die Quellen der Schatzhöhle.
1. Die Betrachtung der Überlieferung hat ergeben, daß die
Schatzhöhle aus folgenden Bestandteilen zusammengesetzt ist:
I. Urschatzhöhle, die wiederum aus drei Teilen besteht: 1. Die
Grundschrift. 2. Genealogie der Maria, 3. Lebensgeschichte Christi.
II. Zusatzteil der syrischen Schatzhöhle.
Im folgenden suche ich, die Quellen dieser Bestandteile nach-
zuweisen, oder wenigstens Parallelen beizubringen.

I. Die Urschatzhöhle.
1. Die Grundsclirift der Urscliatzliölile.
A. Schatzhöhle und Sethianer.
2. Im syrischen Texte der Schatzhöhle finden sich keinerlei
Hindeutungen auf Quellenschriften mehr. Sie sind der Hand des
Schluß-Redaktors zum Opfer gefallen. Dagegen hat sich in den
arabischen Hss hier und da etwas erhalten. 43,10 Bez heißt es
zur Benennung der Sethiden als 'Kinder Gottes’: ^kjCjl Jyj lU
c· Vai) I Jo* ölüU 'wie das Buch sagt, das zu den
Nachfahren Seths handelt von Reinheit und Schönheit’, wohl
besser in s (18,4): 4_:LI QlGU 'das er dem Seth offen-
harte’. Nach 233,16 Bez haben die Mager die Deutung des Sternes
gefunden • l A..O 1 tS 'im Testament des Adam an
seinen Sohn Seth’. Die zweite Stelle steht allerdings in der Lebens-
geschichte Christi. Sie steht aber durch das Testament Adams im
Zusammenhang mit der Grundschrift.
3. Daß die Spur richtig ist, geht aus einer interessanten
Stelle des Opus imperfectum in Matthaeum hervor (Migne, Patr.
GraecabQ, 638) Q: 'Liber apocryphus nomine Seth.* 2) Mons Victoria-
b Vgl. dazu E. Kuhn, Festgruß an R. v. Roth, 217—221; Stade, Liber
de infantia Mariae et Christi Salvatoris, 32; Bousset, Hauptprobleme der
Gnosis, 378.
2) Auch Dionysius Telmahharensis zitiert zur Magergeschichte das
Sethbuch.
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