Honecker, Martin; Johannes; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1937/38, 2. Abhandlung): Nikolaus von Cues und die griechische Sprache — Heidelberg, 1938

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ANHANG.

Die Lobrede des Giovanni Andrea dei Bussi.
1.
Vorbemerkung.
Innerhalb der Cusanus-Literatur wird der Panegyricus des
Giovanni Andrea dei Bussi stets eine besondere Stelle einnehmen;
denn von allen Zeitgenossen des Cusanus hat uns keiner ein so
farbenreiches und mit solchem Verständnis gezeichnetes Bild des
gelehrten Kardinals hinterlassen wie sein langjähriger Begleiter und
Mitarbeiter. Gewiß, es ist der Freund, der hier dem Freunde ein
literarisches Denkmal errichtet hat. Gewiß, es ist eine Lobrede, die
nur positive Prädikate kennt. Und doch besitzt diese Bekundung
über die Persönlichkeit und die wissenschaftliche Bedeutung des
Nikolaus von Cues auch für die heutige Cusanus-Forschung noch
immer einen nicht geringen Wert. Nun ist sie zwar mehrfach schon
im Druck herausgegeben worden, allein dies geschah an Stellen, die
entweder schwer zugänglich sind oder an denen man einen solchen
Text nicht vermutet. Da zudem auch der Wortlaut nicht immer
richtig wiedergegeben worden ist, so verlohnt es sich wohl, den
Text der Lobrede an leicht erreichbarer Stelle erneut herauszu-
bringen.
Zuvor einiges über die Persönlichkeit des Autors181. Gio-
vanni Andrea dei Bussi (auch: dei Bossi; lateinisch: de Buxis) ist
1417 zu Vigevano (bei Pavia) geboren. 1451 ist er in kirchlichem
Dienst unter Nikolaus V. in Rom nachweisbar. Dann schließt er
sich 1458 an Nikolaus von Cues an, dessen Begleiter und Sekretär
er bis zu dessen Tode (1464) bleibt. In den Werken des Cusanus
tritt er zweimal als Gesprächspartner auf: in De possest (1460)182
181 Eine knappe Biographie bringt schon Johannes Trithemius (50a
160v s= 50b 365 = 51 I 380). — Neueres bei Pierre de Nolhac, La biblio-
theque de Fulvio Orsini (Bibliotheque de l’Ecole des hautes etudes, Sciences
philosophiques et historiques, Nr. 74), Paris 1887, S. 228f.; Uebinger 52
143ff.; Remigio Sabbadini, Artikel in der Enciclopedia Italiana VIII (1930),
S. 162 (dort auch weitere Literatur).
182 p I 174v, b 249.
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