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Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste [Contr.]; Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Österreichische Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Cucuel, Ernst [Oth.]; Eckert, Hermann [Oth.]
Die Deutschen Inschriften (Band 1 : Heidelberger Reihe ; Band 1): Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes: Wertheim-Tauberbischofsheim — Stuttgart: Druckenmueller, 1969

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https://doi.org/10.11588/diglit.53141#0206
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V. INSCHRIFTEN AUF GEGENSTÄNDEN
VERSCHIEDENER ART

490 Tauberbischofsheim 1448

Stamm des Sakramentshäuschens im Chor der Stadtkirche; w. S. 42,5x31, Schrift 5-7,5 cm. Der
achteckige kurze Stamm steht mit 1 Seite an der Wand an; die 7 freien Seiten tragen vier, die letzte
fünf Zeilen Schrift. Von der vordersten, der Wand parallelen Seite sind schichtweise große Stücke
abgesprungen. Darüber am Häuschen zwei Wappenschilde: links Diether von Erbach, Erzbischof
von Mainz, rechts Mainzer Domkapitel.
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Mone bezieht ,,die Baumeister auf die Kirche und den letzten auf das Sakramentarium“. Nieder-
mayer hält Krebs für den Steinmetzen. Das Künstlerlexikon wiederholt diese Irrtümer: Es macht
Stoll und Heimburg zu Architekten der alten Pfarrkirche1, „baumeinster“ bedeutet aber wie in der
Grabinschrift Nr. 203 und der Engelsbrunneninschrift Nr. 45 soviel wie Bauherr, und mit „magister
fabricae“ — so wird Heimburg in der Glockeninschrift Nr. 445 genannt — ist nicht der Leiter der
Bauhütte, sondern wie in Nr. 57 der „Gotteshausmeister“ gemeint, den es an der Pfarrkirche gab2.
Stoll und Heimburg sind danach die Bauherren, d. h. die Auftraggeber „dieses Werkes“, nämlich
des Sakramentshäuschens. Ob sie das von Amts wegen waren oder als persönliche Stifter, muß offen
bleiben. Der Meister des Kunstwerkes ist also Dietrich Krebs, der, wie das Künstlerlexikon vermu-
tet, aus dem Münster im Oberamt Mergentheim stammen mag. Vielleicht ist in der dritten Zeile
zwischen „hot“ und „gemacht“ ein „es“ zu ergänzen.
Mone: Archiv S. 354 — Niedermayer S. 232 — Ehrensberger: Beneficien S. 156 Anm. — Berberich S. 209 —
Kdm. IV, 2 S. 184f. — Sauer: Tauherbischofsheim S. 39 Abb. des ganzen Kunstwerkes — 1 Künstlerlexikon 16
3. 282 und 21 S. 478 — 2Ehrensberger: Landkapitel 1902 S. 356.

491

Wertheim, jetzt Karlsruhe

1449

Paramentenschrank im Landesmuseum, Raum K-8; aus der Sakristei der Wertheimer Stadtkirche.
H. 268, Br. 196, Tiefe 54, Sehr. 4,4—5,4 cm. Diä Abbildung zeigt nur das Oberteil und die Be-
krönung. Die Inschrift beginnt auf der Enken Seitenwand, ist dort aber nur als Vorzeichnung auf-
gemalt. Auf der Vorderseite stehen die Buchstaben erhaben auf blauem Grund; in den ersten zwei
Dritteln ist das Innere jedes Buchstabenstriches herausgeschnitzt. Auf der rechten Seitenwand
findet sich mit dem Zirkel eine weitere Rosette und die Führung eines Schriftbandes, ähnlich der
linken Seitenwand eingeritzt.
o o
—- no bomini m cccc * lix | ® Jföht © ganzen © tretoen
© fjan © idj © baö © toerck © gebatoen © bebenck © bas
© enbe © ift © baö © enb + gut
v. Oechelhaeuser (Kdm.) nimmt an, daß auf der linken Seite der Name des Meisters gestanden habe
und die Schrift verschwunden sei. Wahrscheinlicher ist eine Fortführung des angefangenen Satzes
im Sinne des Sprichwortes: Ist das end gut, so ist alles gut1.
Kdm. IV, 1 S. 305 f„ Abb. des ganzen Schrankes auf Taf. 10 — 1VV ander I Sp. 817.

492 Tauberbischofsheim (vor 1500)

Zwei Altarflügel im katholischen Pfarrhaus, beiderseitig bemalt. Die eine Tafel stellt außen Petrus,
die andere Paulus dar, beide innen die Stifterfamilie in Anbetung kniend einander zugewandt. Auf
dem linken Flügel der Vater mit neun Söhnen — einer davon trägt weißes geistliches Gewand —,
1 78
 
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