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Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste [Contr.]; Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Österreichische Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Cucuel, Ernst [Oth.]; Eckert, Hermann [Oth.]
Die Deutschen Inschriften (Band 1 : Heidelberger Reihe ; Band 1): Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes: Wertheim-Tauberbischofsheim — Stuttgart: Druckenmueller, 1969

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https://doi.org/10.11588/diglit.53141#0043
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I. INSCHRIFTEN AN BAUWERKEN

i

Poppenhausen

(um 1225)

Zwei Ecksteine an der Südostecke des Kirchturms, etwa 270 cm über dem Boden. Kalkstein. Oberer
Quader 46x62, unterer 39x42; Sehr. 3,5-6, durchschnittlich 5 cm.
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Ego fridericus de crense contuli loco missalium v agros in
bobunhusen pro remedio patris et matris meae et omniurn
parentum meorum qui solvunt quatuor unceas de agro uno
tres denarios confero ecclesiae.

Sd) §rfet>rirf) »ort Ären^efm fyabe für öae ©«(ettfjeil meines iöaterö
urtb meiner SRutter unb aller meiner iöorfaljren als SDlefjfltftungen
fünf tiefer in fßoppentjaufen ejefdjenft, bie »ler Unsen ertragen; »ort
einem (weiteren) Sieter fefjenfe icf) ber Äircfje brei ©enare.

Die Schrift soll 1921 nachgearbeitet worden sein unter genauer Einhaltung der alten Formen.
Dabei könnte außer dem Q-artigen Anfangsbuchstaben des Wortes CONTVLf auch jenes rätsel-
hafte Wort, das von der dritten zur vierten übergreift, verstümmelt worden sein, da es sich
unter dieser Voraussetzung am besten als MENSALIVM deuten läßt1. Das erste S wäre dann auf
ein verkanntes geschlossenes E und die beiden Abstriche dahinter auf ein kapitales N zurückzu-
führen. Der Sinn bleibt durch diese Lesart unberührt. Doch spricht der Gesamteindruck nicht für
eine Überarbeitung. Die Verstümmelung des fraglichen Wortes - in der Auflösung als MISSA-
LIVM wird der schwächere

Abstrich hinter dem ersten
I wie hinter dem QVI der
achten Zeile nicht berück-
sichtigt und das I vor das S
genommen-kann sehr wohl
vom ursprünglichen Stein-
metzen selbst verschuldet
sein. Vielleicht steht mit
ihr in Zusammenhang, daß
er die zweite Hälfte der
dritten Zeile unbeschriftet
ließ. Jedenfalls geht dieser
zweite Schönheitsfehler be-
stimmt auf ihn zurück, wie
die weit abgesetzten Nasal-
abkürzungsstriche der vier-
ten Zeile lehren. — Ein Fri-
dericus de Crense ist in ei-
ner Urkunde von 1226 be-
zeugt2; da die Buchstaben-
formen damit zusammen-
stimmen, darf wohl er als
der Stifter angesehen wer-
den. Zu beachten ist die
für jene Zeit bezeichnende
Abwechslung zwischen ver-
schiedenen Buchstabenfor-
men: es finden sich zwei-
erlei C, D, N, R, vierer-
lei E.


Niedermayer S. 410 — Kraus II S. 350 — Berberich S. 376 — Kdm. IV, 2 S. 145 - 1 Frdl. Mitteilung von Prof.
O. Schumann-Frankfurt — 2Krieger I Sp. 1265.

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