Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]; Gradenwitz, Otto [Oth.]; Plaumann, Gerhard [Oth.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1914, 15. Abhandlung): Griechische Papyri der Sammlung Gradenwitz — Heidelberg, 1914

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1 cm
facsimile
Nr. 1. Kgl. Erlaß: Ansage einer Sklavensteuer oder des Yerkaufes
vou Kriegsgefangeueu. Philacl./Euerg.

Inv. Nr. 161. Höhe Ιβ 1/^ cm, Breite lö 1/^ cm. Große, schöne

Halbunziale.

Das Blatt ist mit der bei Kartonnage häufigen weißlichen Schicht
bedeckt. Jedochtritt clie Schrift bei vorsichtigem Anfeuchten mit
Alkohol deutlich herAmr, soweit die Oberfläche nicht, wie vor
allem leicler in den ersten Zeilen, beschädigt ist. Links fehlt ein
Streifen, unten wohl nur wenige Zeilen.

Inhalt 1: ein königlicher EHaß, der eine άπογραφή von Sklaven
undZahlung einer Steuer anordnet. Es folgen Spezialbestimmungen,
die sich nicht mehr recht ver^ändlich machen lassen. Daß der
Gegenstand cler Anzeigen uncl der Steuer Sklavenbesitz ist, darf
als sicher gelten, obwohl es nur auf dem Ausdruck σώμα in clem
Passus: καταβαλεΐν έ[φ’ έκάστ]ου (oder έ[κάστ]ου) σώματος b κ beruht;
σώμα kann in clieser Zeit und vor allem in cliesem Zusammenhange
kaum etwas ancleres becleuten 2. Nachrichten über eine solche
Sklavensteuer (zu dem Ausdruck άνδράποδα s. Grenfell-Hunt in
der Einl.) haben wir erst kürzlich clurch clen P. Hib. 29 (jetzt
Wilcken, Chrest. 259) bekommen: er enthält eine Einzelheit, Be-
stimmungen über das Unterlassen der Anzeige und Hinterziehen
cler Steuer. Unser Text dagegen gibt clieselben gruncUegenden
Bestimmungen wie cler Erlaß des Philadelphos über die άπόμοφα;
Rev. Laws = W. Clirest. 249, col. 36/7: . . . πάντας τούς κεκτημένους

άμπελώνας ή παραδείσους.έκαστον το καθ’ αύτον άπογράφειν

τό τε πλήθος τής γής καί τά γενήματα κοά διδόναι τών γενημάτων τήν
έκτην ’Αρσινόηι Φιλαδέλφιοι είς τήν θυσίαν καί τήν σπονδήν; vgl. auch
col. 37. ["Οσοι έ]χουσιν άμπελώνας ή παραδείσους . . . [διδό]τσοσαν πάντες

τοΐς παρά Σατύρου πραγματ[ευομένοις].χειρογραφίας . . . τό τε

πλήθος γενημάτων κτλ. und iil col. 29 [πάντες οί παραδείσους κεκ]τη-

1 Vgl. unten die Erklärung Wilckens.

2 Daß z. B. P.Alex. =Wilcken Ghrest. 198 Z. 6 Freie und Tagelöhner
als σώ(ματα) zusammengefaßt werden, scheint mir nicht bedenldich.
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