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Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste [Contr.]; Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Österreichische Akademie der Wissenschaften [Contr.]; Niederquell, Theodor [Oth.]
Die Deutschen Inschriften (Band 14 : Heidelberger Reihe ; Band 5): Die Inschriften der Stadt Fritzlar — München: Druckenmüller, 1974

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https://doi.org/10.11588/diglit.53159#0013
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EINLEITUNG

Vorbemerkungen und Benutzungshinweise
Die im vorliegenden Band gesammelten und veröffentlichten Inschriften umfassen das Gebiet von
Stift und Stadt Fritzlar. Als örtlicher Bereich war das ehemalige kurmainzische Amt Fritzlar vorgesehen,
zu dem außer der Stadt die noch bestehenden Orte Ungedanken und Rothelmshausen, sowie die abge-
gangenen Orte Holtzheim und Biiraburg gehörten. Keiner - auch nicht der geschichtsträchtige Boden der
bonifatianischen Kathedrale auf dem Büraberg, deren Nachfolgebau bis in die Neuzeit hinein den Dör-
fern des Amtes Fritzlar als Pfarrkirche diente - lieferte jedoch eine Inschrift aus dem Bearbeitungszeit-
raum vom frühen Mittelalter bis zum Jahre 16501). Die Kirchengeräte Nr. 53 und 55, die im 18.Jahr-
hundert der Kirche in Ungedanken aus den Beständen des Petersstifts überlassen wurden, sind als Dauer-
leihgaben in den Stiftsschatz zurückgekehrt.
Strenggenommen gehören die Nummern 27, 100, 204 und 210 nicht in diesen Rahmen, denn die
Fraumünsterkirche, die heute vom Fritzlarer Neubaugebiet umschlossen ist, lag auf dem Territorium
von Hessen-Kassel. Seit dem 13.Jahrhundert ist sie als Pfarrkirche des benachbarten Obermöllrich belegt,
die dem Stift inkorporiert wurde. Eine enge Verbindung zu Fritzlar ist auch dadurch gegeben, daß sie von
den Protestanten der Stadt mitbenutzt wurde und im Reformationsjahrhundert als konfessionelles Streit-
objekt eine Rolle spielte. Wegen des nahen Zusammenhangs mit der Geschichte von Stift und Bürger-
schaft ist das geringfügige Material verzeichnet. Von den fünf aufgenommenen Objekten, die sich heute
nicht mehr in Fritzlar befinden, stammen drei zweifelsfrei aus der Hospitalskapelle, während die beiden
verbleibenden mit größerer oder geringerer Wahrscheinlichkeit Fritzlarer Herkunft sind.
Die heute der Stiftskirche gehörenden Gegenstände Nr. 70 und 202 sind mit Sicherheit spätere Er-
werbungen von anderen Orten.
Mit berücksichtigt sind auch alle Inschriften, deren Wortlaut in handschriftlichen Quellen oder in der
Literatur überliefert ist. Dabei konnte absolute Vollständigkeit nicht zum Ziel gesetzt werden.
Die Anordnung des Bandes ist durchweg chronologisch. Sie folgt den für das Inschriftenunternehmen
der Deutschen Akademien in den letzten Jahren gemeinsam erarbeiteten Grundsätzen.
In der Kopfzeile ist jeweils oben links die laufende Nummer der Inschrift vermerkt. Die verlorenen
(kopial überlieferten) Inschriften sind mit einem lateinischen Kreuz neben der laufenden Nummer gekenn-
zeichnet. Rechts in der Kopfzeile findet sich die Datierung, sie ist in der Regel dem Text der Inschrift
entnommen. Undatierte Inschriften sind auf ein halbes oder ganzes Jahrhundert eingegrenzt und am
Schluß des betreffenden Zeitraums eingeordnet. Bei Inschriften mit fraglicher Entstehungszcit ist der
Jahreszahl ein Fragezeichen beigegeben. Außer bei den heute auswärts befindlichen Stücken, wo der Orts-
name erscheint, ist in der Mitte der Kopfzeile die allgemeine Standortangabe innerhalb der Stadt ange-
geben. Im Oberbegriff,, Stiftskirche“ sind alle Nebenräume - wie Krypta, Seitenkapellen, Türme, Kreuz-
gang, Grashof und Stiftsgebäude - enthalten. Gesondert aufgeführt ist nur das Inventar des Stiftsschatzes -
wohlgeordnet und zugänglich - und des Stiftsmuseums - noch ungeordnet und vorerst nicht allgemein
zugänglich. Die genaue Lagebezeichnung innerhalb des Stiftskirchenbereichs entspricht dem Zustand vor
der Restaurierung der Jahre 1969/70. Im Zuge der noch anhaltenden Arbeiten ist mit geringfügigen Ver-
schiebungen nicht wandfester Denkmäler und der Grabplatten im Kreuzgang zu rechnen.
In den folgenden Absätzen finden sich die Angaben über den Inschriftträger, die spezielle Standort-
angabe (orientiert nach den Himmelsrichtungen), das Material, die Anbringung der Inschrift, der Erhal-
tungszustand, Restaurierungen und Versetzungen. Die Beschreibung erfolgt vom Beschauer aus, lediglich
fürWappenbeschreibungen ist der heraldische Standort maßgebend. Mehrere Inschriften eines Inschrift-
trägers sind mit A, B, C usw. bezeichnet. Bei der Größe der Inschriftträger sind Höhe mal Breite ange-
geben, gegebenenfalls der Durchmesser oder die Tiefe. Die Größe der Buchstaben ist nach dem Normal-
wert von N bzw. n gemessen. Bei variierenden Schriftgrößen werden kleinste und größteWerte vermerkt.
Die Angabe der Schriftart folgt den Nomenklaturen: Gotische Majuskel, gotische Minuskel, Kapitalis

T) Der Taufstein der Ungedanker Pfarrkirche Nr. 142 stammt offenbar auch aus Fritzlar.

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