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Wolgast, Eike [Editor]; Seebaß, Gottfried [Editor]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften [Editor]; Kirchenrechtliches Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland [Editor]; Sehling, Emil [Bibliogr. antecedent]
Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts (2. Band = 1. Abtheilung, 2. Hälfte): Die vier geistlichen Gebiete (Merseburg, Meissen, Naumburg-Zeitz, Wurzen), Amt Stolpen mit Stadt Bischofswerda, Herrschaft und Stadt Plauen, die Herrschaft Ronneburg, die Schwarzburgischen Herrschaften, die Reussischen Herrschaften, die Schönburgischen Herrschaften, die vier Harzgrafschaften: Mansfeld, Stolberg, Hohenstein, Regenstein, und Stift und Stadt Quedlinburg, die Grafschaft Henneberg, die Mainzischen Besitzungen (Eichsfeld, Erfurt), die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen, das Erzbisthum Magdeburg und das Bisthum Halberstadt, das Fürstentum Anhalt — Leipzig: O.R. Reisland, 1904

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https://doi.org/10.11588/diglit.26561#0246

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232 Die vier Harzgrafschaften: Mansfeld, Stolberg, Hohenstein, Regenstein und Stift und Stadt Quedlinburg.

still und sicher für feinden leben, durch Jesum
Christum deinen son unsern herrn, amen.
Ein ander.
O allmechtiger ewiger gott, ein könig der
ehren, und ein herr himels und der erden, durch
welches geist alle ding regieret, durch welches
versehung alle ding geordnet werden, der du bist
ein gott des friedes, von dem allein alle einigkeit
zu uns kömpt. Wir bitten dich, du wollest uns
unsere sünde vergeben, und mit deinem göttlichen
friede und einigkeit begnaden, damit wir in rechter
furcht dir dienen, zu lob und preis deines namens,
durch Jesum Christum unsern herrn.
Ein andere.
O gott du stifter des friedes, und liebhaber
der liebe, wer dich erkennet, der lebet, wer dir
dienet, der regieret. Beschütze deine demütigen,
behüte uns für allem anlaufen der feinde, auf das
wir kein waffen der feindschaft fürchten, die wir
uns auf deinen schutz verlassen, durch Jesum
Christum deinen lieben son, unsern herrn, der mit
dir in einigkeit des heiligen geistes lebet und
herschet, warer gott immer und ewiglich, amen.
Gott gib fried in deinem lande,
Glück und heil zu allem stande.
Herr handel nicht mit uns nach unsern sünden,
Und vergelte uns nicht nach unser missethat.
Oder.
Wir haben gesündiget mit unsern vätern,
Wir haben missgehandelt, und sind gottlos
gewesen.
Des herrn name sei gebenedeiet,
Von nu an bis in ewigkeit.
XIII.
Von der ubunge unsers heiligen
catechismi.
Weil gott der herr mit der offenbarung seines
heiligen worts uns auch den lieben catechismum
als den rechten kern und kurze summa der
ganzen biblia durch seinen auserwehlten rüst-
zeug, d. Mart. Lutherum gegeben, sol derselbe in
unsern kirchen, wie bishero geschehen, auch hin-
füro mit höchstem vleis und treuen geübt, und
der jugend und einfeltigen leuten in schulen und
kirchen wol eingebildet werden.
Wir halten aber in unsern kirchen und
schulen keinen andern catechismum, denn den
kleinen catechismum Lutheri, und ist verordnet
beides in megdlein und knaben schulen, das der-
selbe mit seiner kurzen auslegung den kindern
in deutscher und lateinischer sprache zu lernen
aufgegeben wird.
Es ist auch verordnet, das die blossen stücke,

und worte des catechismi, alzeit für den catechis-
mus predigten einfeltig, verstentlich, und unver-
endert, oder ohne zusatz, und abbruch aus dem
buche abgelesen werden.
Und damit ime nicht ein jeder ein besonders,
und dardurch die leute stützig und irrig mache,
sondern das durchaus gleicheit gehalten, und die
jungen, und einfeltigen leute an einerlei worte
gewenet werden, so lassen wir alhie in dis unser
kirchenbuch erstlich die blossen worte hernach
drucken, und setzen. Darauf sol der ganze kleine
catechismus Lutheri, mit seiner auslegung hernach
folgen.
XIIII.
Enchiridion.
Der kleine catechismus, für die ge-
meinen pfarherren und prediger.
D. Martini Luthers.
Anno 1529.
Aus dem 8. jenischen teil fol. 380 treulich nach-
gedruckt.
[Folgt der Catechismus.]
Nach dem wir auch für etlichen jaren den
kleinen catechismum Lutheri mit etlichen frag-
stücken m. Johan Spangenbergs haben drucken
lassen, und im drucke, was Lutheri ist, und was
Spangenbergs ist, unterscheiden lassen, dessen wir
auch damals etliche ursachen gehabt, so lassen
wirs itzt auch darbei bleiben, das desselben büch-
leins brauchen möge, wer da wil. Wer aber
Lutheri catechismum allein brauchen wil, der mag
es in gottes namen auch thun.
XVI.
Wie man auf den visitationibus den
catechismum zu uben, verordnet hat.
Es ist auch in den visitationibus allen pfar-
herren aufm lande eingebunden und ernstlich be-
fohlen, ire pfarkinder mit getreuem vleisse in
dem heiligen catechismo zu unterweisen, dazu ist
dieser christlicher und heilsamer zwank angestellet,
das allen pfarherren auferleget und verordnet,
das sie zusehen und niemands zum hochwirdigen
sacrament des altars zulassen oder zur gevatter-
schaft bei der heiligen taufe stehen lassen, der
nicht zum wenigsten die fragen von beiden sacra-
menten und den andern artikel des glaubens mit
der auslegung gelernet hat. Welche auch zur
ehe aufgeboten und zusammen gegeben werden
wollen, die sollen den ganzen catechismum Lutheri,
sambt der kurzen und herrlichen auslegung des-
selben, gelernet haben, und aufsagen können, oder
so lange aufgehalten und abgewiesen werden, bis
sie dieses wie itzt vermeldet, gelernet haben.
 
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