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Nikolaus [Hrsg.]; Koch, Josef [Hrsg.]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Hrsg.]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1938/39, 4. Abhandlung): Die Auslegung des Vaterunsers in vier Predigten — Heidelberg, 1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.41999#0142
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Erstes Kapitel
Die handschriftliche Überlieferung und die Sprache der
beiden deutschen Yaterunser-Predigten
von Hans Teske
§ 1. Die handschriftliche Überlieferung der Predigt ,.Jhefus in
eyner allerdemuttichfter menfcheit“ (Pr. XVIII).
Der wichtigste der vier auf den vorhergehenden Blättern edier-
ten CusANus-Texte hat auch die reichste handschriftliche Über-
lieferung. Pr. XVIII liegt in 7 deutschen Hss. vor, zu denen noch
eine lateinische Übersetzung hinzutritt.
1. Trier, Stadtbibliothek, Cod. germ. 813/1343, f. 112 r bis
125r (= Tr). F. 112r hat die Überschrift: ,,Pater nofter in wlgari
expositum per cardinalem de cufa“. Die nächste Zeile beginnt mit
einer großen Initiale: ,,Jhefus in eyner allerdemuttichfter men-
fcheit“. F. 125r folgt auf das Amen: „Explicit pater nofter cum
expofitione fua in wlgari magiftri nicolai de cufa cardinalis tituli
sancti petri et episcopi brixinenfis“. Daran schließen sich Notae
zur ersten und zweiten Bitte (vgl. oben S. 90ff.). Der ganze Text
steht auf einer Lage für sich, vor f. 112 sind sieben, nach f. 125
zwei Blätter unbeschrieben. Die Hand des Kopisten kommt sonst
in der Hs. nicht vor. Adolf Becker, Die deutschen Handschriften
der Stadtbibliothek zu Trier (Beschreibendes Verzeichnis der Hss.
usw., begründet von Max Keuffer, Heft 7), Trier 1911, S. 8,
datiert die ganze Hs. in das 16. Jahrhundert. Das ist dahin zu
berichtigen, daß jedenfalls f. 112—125 noch dem 15. Jahrhundert,
und zwar -— wie mir H. Kollege Otto Vehse bestätigt ■— eher
der Mitte als dem Ende des Jahrhunderts angehören. Da in der
Überschrift der Predigt Nicolaus als Kardinal, im Explicit
außerdem als Bischof von Brixen bezeichnet wird, können die
Blätter erst nach dem 23. März 1450 geschrieben sein.
Die ganze Hs., für deren übrigen Inhalt auf Becker a.a. 0.
verwiesen sei, stammt aus dem Kloster St. Matthias bei Trier.
Schon der Abt Johannes Rode (gestorben 1439) unterhielt Be-
ziehungen zu Cusanus, mit dem er gemeinsam das Basler Konzil
 
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