Alföldy, Géza; Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Philosophisch-Historische Klasse [Editor]; Pöschl, Viktor [Honoree]
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1990, 2. Abhandlung): Der Obelisk auf dem Petersplatz in Rom: ein historisches Monument der Antike ; vorgetragen am 9. Dezember 1989 ; Viktor Pöschl zum 80. Geburtstag gewidmet — Heidelberg: Winter, 1990

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Anhang: Zur Lesung der Inschrift des C. Cornelius Gallus
aus Philae

(CIL III 14147,5 = IGRR I/II 1293 = OGIS II 654 = ILS 8995 = E.
Bernand, Philae II Nr. 128 = V. Ehrenberg - A.H.M. Jones, Docu-
ments2 Nr. 21)
Die berühmte Widmungsinschrift, die C. Cornelius Gallus im ober-
ägyptischen Philae am 16. April 29 v. Chr. (siehe S.33f. mit Anm. 49)
auf einer 153 cm hohen Granitsäule in ägyptischer, lateinischer und grie-
chischer Sprache dediziert hatte (Taf. XIV), beschäftigte seit ihrer Auf-
findung im Jahre 1896 zahlreiche Forscher. In der maßgebenden Edition
des lateinischen und des griechischen Textes durch E. Bernand, Philae
II S. 35-47 Nr. 128 (Photo auf PI. 95), ist eine stattliche Bibliographie
enthalten. Wie der umfangreiche kritische Apparat in Bernands Werk
(S. 37-39) lehrt, ist die Lesung dieser beiden Textfassungen an zahlrei-
chen Stellen umstritten, auch wenn es sich zumeist um Kleinigkeiten
handelt, die den Sinn und somit die Interpretation der Inschrift kaum
berühren. Die Schwierigkeiten entstehen nicht nur dadurch, daß die we-
nig tief eingemeißelten, kleinen Buchstaben (Höhe im lateinischen
Text: 3,5-2,5cm, im griechischen Text: 1,2-0,9cm) auf der rauhen Gra-
nitfläche oft nur schlecht zu erkennen sind. Das Monument ist auch be-
schädigt, und zwar nicht nur an den Rändern: Bei seiner Wiederverwen-
dung im Fundament eines Altars vor dem Augustustempel von Philae,
der 13/12 v. Chr. erbaut wurde (siehe S. 79 mit Anm. 187), hat man es
von oben und unten so zerspalten, daß der Mittelteil mit jeweils mehre-
ren Buchstaben der einzelnen Schriftzeilen verloren ging.
Am 4.4.1990 hatte ich Gelegenheit, den Stein in Kairo im Ägypti-
schen Museum (Raum 34) zusammen mit M. Mayer, dem ich wichtige
Hilfe verdanke, ausführlich zu untersuchen; am 17.4.1990 habe ich die
Lesung nochmals kontrolliert. Die von E. Bernand präsentierte Lesung
kann vielfach als die endgültige betrachtet werden. Vor allem der latei-
nische Text ist jedoch an manchen Stellen noch etwas genauer zu lesen.
Zumeist geht es zwar nur um die genaue Angabe der tatsächlich erhalte-
nen bzw. nicht mehr vorhandenen Buchstaben; an einer besonders kon-
trovers diskutierten Stelle (Zeile 8) glaube ich eine definitive Neulesung
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