Metadaten

Wolgast, Eike [Hrsg.]; Seebaß, Gottfried [Hrsg.]; Heidelberger Akademie der Wissenschaften [Hrsg.]; Kirchenrechtliches Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland [Hrsg.]; Arend, Sabine [Bearb.]; Sehling, Emil [Begr.]
Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts (22. Band = Nordrhein-Westfalen, 2): Das Erzstift Köln - die Grafschaften Wittgenstein, Moers, Bentheim-Tecklenburg und Rietberg - die Städte Münster, Soest und Neuenrade - die Grafschaft Lippe (Nachtrag) — Tübingen: Mohr Siebeck, 2017

DOI Seite / Zitierlink: 
https://doi.org/10.11588/diglit.33493#0236
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten
Überblick
loading ...
Faksimile
0.5
1 cm
facsimile
Vollansicht
OCR-Volltext
Moers

sontage für der gemein gewöhnlicher weise auffge-
ruffen seyn, am sontag oder sonsten ahn denen ta-
gen, da man predigt hält, zur predigt ohn einig ge-
spiel9 und weltlicher pracht, auch ohne leichtfertig
gespött, in christlicher zucht und demuht sich ein-
stellen, darmit die sämbtliche gemeine den nahmen
Gottes über sie ahnruffen und ihnen Gottes seegen
wünschen, daß auch andere fromme eheleuth sich
darbey ihrer ehelichen pflicht erinneren und dem
herrn Gott vor die ordnung des h. ehestandes dan-
cken, und das auch damit andern und sonderlich der
jugend ein exempel zur zucht und ehrbahrkeit ge-
geben werde. Nach geschehener predigt und gebeth,
ehe der psalm gesungen und der seegen gesprochen
wird, sollen sie für der cantzel |16v| oder sonst an
einen andern orth der kirchen in gegenwahrt der ge-
meine in ihren ehestand bestätigt und mit Gottes
wort verbunden und eingeseegnet werden.

9 Spielleute, Musik, Grimm, DWb 5, Sp. 4151.
10 Glockengeläut.
11 Kirchenordnung 1581, oben, S. 214.
12 Verwandtschaft.

Die begräbnüß der todten belangend, sollen dabey
alle abergläubische mißbräuche vermeiden und
sonst mit beleuten10 zu grab tragen (ohne einig ge-
säng uff der gassen und straßen) damit verfahren
werden nach lauth der kirchenordnung11 und wie
jetzt alhier schon im brauch, diejenige, so sich zu
eine[r] lehr offentlich bekennet, daß h. sacrament
mit uns gebraucht und sich der disciplin und kir-
chenzucht unterworffen haben, die soll der prediger
gehalten seyn, uff begehren und erfordern der
freundschafft12 bey der begräbnüß eine christliche
leichpredigt zu thun, auch die krancken zu besu-
chen. Und soll es ferners endlich alles observiret und
gehalten [werden], wie die allenthalben in reformir-
ten kirchen ahngenohmen Heydelbergische kirchen-
ordnung13 nachführet14.

13 Kurpfälzische Kirchenordnung von 1563, Sehling,
EKO XIV, S. 333-408.
14 Ausführt.

218
 
Annotationen
© Heidelberger Akademie der Wissenschaften